Europäische Lebensversicherer diversifizieren über alternative Anlagen
Einer aktuellen Studie von Linklaters zufolge sind Lebensversicherungsgesellschaften aufgrund des niedrigen Zinsumfeldes und erhöhter Kapitalanforderungen in Zukunft mit größeren Herausforderungen bei ihrer Asset-Allokation konfrontiert. 64 % der Befragten gaben an, sich mit dem Problem des "Over-reaching for yield" auseinandersetzen zu müssen und für 55 % spielen Überlegungen hinsichtlich möglicher Portfolioallokationen im Bereich alternativer oder risikoreicher Investmentstrategien eine große Rolle, um die Profitabilität und Zahlungsfähigkeit zu optimieren.
Ein Großteil der, als traditionell in Staats- und Unternehmensanleihen investiert geltenden, europäischen Lebensversicherungen beginnt nun ihr Portfolio breiter zu diversifizieren. 80 % der befragten Versicherer gaben demnach an, aufgrund der niedrigen Zinsen die Staatsanleihenquote zurückzufahren, während 64 % über erhöhte Allokationen in renditeträchtigere Titel wie Hedgefonds, Private-Equity-Fonds und Aktien nachdenken.
Quelle: Linklaters (2013)
Infolge des Bedarfs nachhaltiger Renditen der Lebensversicherer ist des Weiteren eine verstärkte Vernetzung mit großen Banken zu beobachten. Demnach sind Liquiditätsswaps für die Hälfte der Befragten ein Teil ihrer Strategie, 37 % denken über ein zukünftiges Engagement nach. Gut 46 % überlegen, sich in Zins-Swap-Geschäften zu engagieren, sofern das allgemeine Zinsniveau niedrig bleibt. Des erhöhten Risikos aufgrund von Ansteckungseffekten infolge einer stärkeren Vernetzung zwischen Versicherern und Banken, sind sich 46 % der befragten Lebensversicherungsgesellschaften bewusst.
Quelle: Linklaters (2013)
Der letzte Teil der Studie setzt sich mit der Frage nach der Zukunft der Lebensversicherungsindustrie in Europa auseinander. Der Druck auf die Profite und die Zahlungsfähigkeit spielt demnach eine entscheidende Rolle für das Angebot an Produkten und die strategische Ausrichtung in den nächsten Jahren. 74 % der Teilnehmer sind sich einig, dass die Versicherungsnehmer in Zukunft darunter leiden werden. Knapp 46 % der Lebensversicherungsgesellschaften sehen in den nächsten drei bis fünf Jahren beim anhaltend niedrigen Zinsniveau ein erhöhtes Insolvenzrisiko der kleinen Versicherer, 34 % sogar bei den großen.
Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung von 100 Finanzentscheidern der größten europäischen Lebensversicherungsgesellschaften und repräsentieren 19 % des gesamten Marktes.