EU-Emissionshandel im Überblick
Der EU-Emissionshandelsmarkt zeigte 2025 bei steigenden Preisen, stabiler Handelsaktivität und einer anhaltend zentralen Rolle von Finanzintermediären geordnete Marktstrukturen, meint die ESMA in ihrem Jahresbericht. Zugleich prägten Erwartungen eines knapperen künftigen Zertifikateangebots die Preisbildung und die Positionierung im Derivatemarkt. Der durchschnittliche Preis für EU-Emissionszertifikate (EUA) lag 2025 bei 74 Euro je Tonne CO2-Äquivalent und damit 13% über dem Vorjahreswert. In der zweiten Jahreshälfte stiegen die Preise schrittweise; im Januar 2026 erreichten sie mit 90 Euro je Tonne den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2023.

Quelle: ESMA
Als wesentliche Treiber nennt ESMA niedrigere Erwartungen an das Angebot infolge einer engeren Obergrenze und geringerer künftiger Auktionsvolumina. Im ersten Quartal 2026 fiel der Spotpreis von seinem Januar-Hoch bis März um 29% auf 64 Euro je Tonne, bevor er sich teilweise erholte; die historische Volatilität stieg auf ein Zweijahreshoch. Auf dem Primärmarkt wurden 589 Millionen EUA versteigert, zwei Prozent weniger als 2024. Der Auktionswert erhöhte sich dennoch um 11% auf 43 Mrd. Euro. Sämtliche Auktionen waren überzeichnet; die durchschnittliche Deckungsquote betrug 168%. Die Allokation blieb konzentriert: Auf zehn Bieter entfielen nahezu 90 Prozent der ersteigerten Zertifikate.

Quelle: ESMA
Im Sekundärmarkt wechselten 13,8 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalent in 4,7 Mio. Transaktionen den Besitzer. Der Börsenhandel stellte knapp 90% des Handelsvolumens, während die Zahl der OTC-Transaktionen um 33% sank. Investmentfirmen und Kreditinstitute repräsentierten 62% der Handelsvolumina. Derivate unterstützten weiterhin die Beschaffung von EUA durch verpflichtete Unternehmen: Die durchschnittliche Zahl täglicher Positionshalter lag bei 917, darunter 425 Investmentfonds. Fonds bauten 2025 im Einklang mit den Erwartungen eines engeren Angebots Netto-Long-Positionen auf.
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