02.03.2015 | Märkte

ESMA: Hoher Anteil von Hochfrequenzhandel an europäischen Börsenplätzen

Die ESMA hat in einer Analyse die Aktivität von Hochfrequenzhändlern in der EU untersucht. Diese werden über zwei Ansätze definiert. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell nach eigener Angabe im Hochfrequenzhandel ansetzen, werden ebenso berücksichtigt, wie Firmen, deren Orders zu mehr als 10 % eine Lebensdauer von weniger als 0,1 Sekunden aufweisen. Der Datensatz umfasst insgesamt knapp 400 Unternehmen und 100 Aktien aus verschiedenen europäischen Märkten. Für den Mai 2013 ergeben sich beispielsweise 10,5 Mio. Umsätze sowie 456 Mio. Informationen zu Orderänderungen,  -streichungen etc.


Quelle: ESMA

Der Hochfrequenzhandel ist für 24 % des gesamten Handelsvolumens verantwortlich, wenn nach Eigendarstellung der Unternehmen kategorisiert wird. Bei Verwendung der Orderlebensdauer sind es 43 %. Der Unterschied begründet sich durch die Aktivität von Investment-Banken, auf die rund 60 % des gesamten Handelsvolumens entfällt, wovon aber nur ein Drittel dem Hochfrequenzhandel zugeschrieben werden konnte. Analog machen Hochfrequenztrader 58 bzw. 70 % der aufgegebenen Orders aus. Dies zeigt, dass das Order-to-Trade-Verhältnis bei den Hochfrequenzhändlern geringer ist als bei anderen Investoren.


Quelle: ESMA

Der jeweilige Anteil der Hochfrequenzhändler ist je nach Börsenplatz nicht homogen verteilt, sondern reicht von 8 bis 40 %. Über den Beobachtungszeitraum hat sich der Anteil der Trader insgesamt nicht wesentlich verändert, sondern blieb etwa auf einer Höhe. Intraday kann die Aktivität jedoch stark schwanken, da Auktionen vermieden werden. Gleichzeitig scheinen höher kapitalisierte Titel bevorzugt zu werden.

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