ESG in der betrieblichen Altersversorgung
Deutsche Pensionskassen informieren zu wenig über die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in ihrer Kapitalanlage. Zu diesem Schluss kommt der Verein Facing Finance in zwei Umfragen zur Rolle von Nachhaltigkeit in der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland.

Quelle: Facing Finance
Zum einen wurden Arbeitnehmende mit einer betrieblichen Altersversorgung nach ihren Vorstellungen zum Thema Nachhaltigkeit befragt, zum anderen die Anbieter nach der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Anlage der Versichertenbeiträge.
Die Autoren stellten eine Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitnehmenden und der Umsetzung der Anbieter fest. Die erste Umfrage ergab, dass fast alle Befragten (92%) von ihren Anbietern fordern, über die Berücksichtigung von ESG-Kriterien informiert zu werden. Knapp die Hälfte der Arbeitnehmenden erwartet eine nachhaltige Anlage der Beiträge. Jedoch hatten 69 % der Befragten keine Kenntnis darüber, ob ESG-Kriterien bei der Anlage berücksichtigt werden. Lediglich 12 % gaben an, dass ihr Anbieter entsprechende Kriterien bereits in den Anlageprozess eingebunden hatte. Die Resonanz auf die zweite Umfrage war gering (20 Teilnehmer von 100 Angefragten). Nur drei der Umfrageteilnehmer hatten bereits robuste ESG-Richtlinien implementiert.
Da der Markt der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland sehr heterogen ist, variieren auch die ESG-Ausrichtungen und die öffentliche Kommunikation darüber stark. So müssen sich bspw. offene Pensionskassen den Marktentwicklungen stellen und fortlaufend um ihre Mitgliedsunternehmen werben, während Pensionskassen, die für eine festgelegte Unternehmensgruppe arbeiten nicht im Wettbewerb stehen dafür aber die Interessen der Trägerunternehmen berücksichtigen müssen. Den Autoren zufolge agieren deutsche Pensionskassen jedoch grundsätzlich zu intransparent. Das Thema Nachhaltigkeit sollte seitens der Pensionskassen umfangreicher und proaktiver kommuniziert werden.
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