Definitionen des Quality-Faktors
Im Gegensatz zu Faktoren wie Value und Size gibt es für Quality bisher keine standardisierte Definition. In einem Researchpaper untersuchen Jason Hsu, Vitali Kalesnik und Engin Kose eine Reihe verschiedener Definitionen und gehen auf die Kriterien ein, die Quellen der Quality-Prämie darstellen können. Die verwendeten Quality-Maße lassen sich in sieben Gruppen klassifizieren: Profitabilität, Umsatzstabilität, Kapitalstruktur, Wachstum, Accounting-Qualität, Ausschüttungen/Verwässerung sowie Investment. Basierend auf einer Reihe von Kennzahlen prüfen die Autoren die Robustheit der Maße: über verschiedene Regionen. Im Mittel zeigen Profitabilität, Accounting-Qualität, Ausschüttung/Verwässerung und Investment eine relativ hohe Robustheit – Umsatzstabilität, Kapitalstruktur und Wachstum dagegen nicht.

Quelle: Hsu, Kalesnik, Kose
Diese Ergebnisse entsprechen den Ergebnissen der Literatur: Für die robusten Maße gibt es eine Reihe von Forschungsarbeiten, die die Kennziffern mit Quality in Verbindung bringen, für die anderen Kennzahlen dagegen fehlt diese Evidenz aus der Forschung. Profitabilität generiert eine positive Prämie auf risikoadjustierter oder Multi-Faktor-Basis. Bei Investment kann eine Prämie gemessen werden, wenn Return Spread und Sharpe Ratio betrachtet werden. Sowohl die Accounting-Qualität als auch Ausschüttungen/Verwässerung generieren modellunabhängig eine positive Prämie.
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