Erfolgspersistenz in der Private-Equity-Branche
Private-Equity-Fonds folgen oft der in der Branche verbreiteten Regel, vor allem in Fonds von Investmentgesellschaften zu investieren, die bereits in der Vergangenheit mit ihren Produkten gute Ergebnisse erzielt haben. Diese Weisheit basiert jedoch vor allem auf Erfahrungen und Daten von vor der Jahrtausendwende. Daher untersuchen Robert Harris, Tim Jenkinson, Steven Kaplan und Rüdiger Stucke von den Universitäten Oxford, Chicago und Virginia in einem aktuellen Forschungspapier, ob diese Persistenz des Erfolges auch in jüngerer Vergangenheit vorlag. Zu diesem Zweck wurden die Daten von rund 1.400 Private-Equity-Fonds über den Zeitraum von 1984 - 2008 analysiert. Als Performance-Maß wurde der PME (Public Market Equivalents) gewählt: Die Rendite eines Fonds wird dabei ins Verhältnis zu der Rendite eines Aktieninvestments (hier S&P 500) gesetzt.
Quelle: Harris, Jenkinson, Kaplan, Stucke (2013)
Die Ergebnisse für die Jahre vor 2000 decken sich mit den bisherigen Untersuchungen. Wenn ein Produkt sich im Top-25 %-Quantil befand, dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein nachfolgendes Produkt der gleichen Investmentgesellschaft dort ebenfalls zu finden sein wird. In besonderem Maße gilt dies für Venture-Capital-Fonds, während die Resultate für Buy-Out-Fonds weniger drastisch ausfallen. Für Buy-Out-Fonds, die nach 2000 aufgelegt wurden, ist dieser Zusammenhang nicht mehr sichtbar, für Venture-Capital-Fonds hingehen schon.
Anschließend schätzen die Autoren mit einem Regressionsmodell, wie stark sich die vergangene Performance quantitativ auf die Performance des nachfolgenden Fonds auswirkt. Im Ergebnis wird festgestellt, dass der vorherige PME einen signifikanten Einfluss auf den PME des Nachfolgers ausübt: Hatte ein Fonds in der Vergangenheit einen 10 % höheren PME, bedeutet dies, dass der Nachfolger im Schnitt einen 2,8 % höheren PME erwirtschaften wird. Dies gilt auch für die nach 2000 aufgelegten Produkte.
Quelle: Harris, Jenkinson, Kaplan, Stucke (2013)