09.04.2019 | Research

Entwicklung von Corporate Bond Spreads

Welche Faktoren Einfluss auf die Spreads von US-Unternehmensanleihen haben, unterscheidet sich je nachdem, ob es sich um eine normale Marktphase oder ein Stressszenario handelt. Henning Fischer und Oscar Stolper von der Bundesbank haben in einem Researchpaper die Dynamik der Einflussfaktoren mittels eines Regime-Switching-Modells untersucht. Dabei werden zwei Regime unterschieden: einerseits ein normales Regime, das sich durch relativ geringe Volatilität auszeichnet, und andererseits ein Stressregime, bei dem die Volatilität im Markt erhöht ist. Im Untersuchungszeitraum 2004 bis 2016 betraf dies vor allem die Zeit der Finanzkrise und die zweite Hälfte des Jahres 2011.


Quelle: Bundesbank, 2019

In ruhigen Marktphasen sind Kredit- und Zinsänderungsrisiken die wesentlichen Treiber von Spreads. Diese verlieren in Stressphasen relativ an Bedeutung, wohingegen Liquidität eine deutlich größere Rolle spielt. Während dieser Faktor in normalen Marktphasen weitgehend unbedeutend ist, ziehen Liquiditätsschocks in Krisenzeiten erhebliche und auch längerfristig persistente Ausweitungen der Risikoprämien nach sich. Die Autoren schließen daraus, dass Investoren in unruhigen Zeiten eine erheblich höhere Prämie für das Eingehen von Illiquiditätsrisiken fordern.


Quelle: Bundesbank, 2019


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