15.04.2019 | Research

Volatilitätsindex für den Corporate-Bond-Markt

Steven Chen, Hitesh Doshi und Sang Seo von der University of Houston haben in einem Researchpaper einen Volatilitäts-Index für Corporate Bonds konstruiert. Der Index misst die risikoneutralen Erwartungen der Markteilnehmer bezüglich der 1-monatigen Volatilität fünfjähriger Floater im Investment-Grade-Bereich. Da Optionen auf Corporates nur selten gehandelt werden, verwenden die Autoren Optionen auf einen Credit-Default-Swap-Index (CDX). Im Beobachtungszeitraum 2012 bis 2018 wies der berechnete Corporate VIX bei einem Mittelwert von 1,79 % erhebliche Schwankungen auf. Tendenziell war die Volatilität hoch, wenn der Bond-Preis gering ist. Die Korrelation zwischen VIX und Corporate VIX betrug 0,7; die Korrelation zwischen Corporate VIX und Treasury VIX war mit 0,43 hingegen geringer.


Quelle: Chen, Doshi, Seo, 2018

Die Volatilitätsrisikoprämie von Corporates (CB VRP), also die Differenz zwischen risikoneutralen und tatsächlichen Volatilitätserwartungen, war im Zeitverlauf zumeist positiv. Auch der Zusammenhang zwischen dieser Prämie und künftigen Bond- und Aktien-Renditen war positiv. Daraus schließen die Autoren, dass die Volatilitätsprämie im Corporate-Bond-Markt ein wichtiger systematischer Risikofaktor ist.


Quelle: Chen, Doshi, Seo, 2018

Über die CDX-Optionskontrakte schätzen die Autoren anschließend die Verteilung der Renditen im Bond-Markt. Diese wiesen erhebliche negative Schiefe und Wölbung auf, insbesondere während der europäischen Staatsschuldenkrise.


Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Unternehmensanleihen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Corporate Bond. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 34 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 160 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Volatilität"
zurück