04.05.2015 | Märkte

Emerging Markets trotz sinkender Wachstumsraten weiterhin attraktiv

Eine umfangreiche Marktanalyse von Barclays zeigt die Entwicklungstendenzen in den Emerging Markets. Für das Jahr 2015 gehen die Autoren davon aus, dass sich das durchschnittliche Wachstum der Emerging Markets auf 4,5 % reduziert, wobei es natürlich eine große Divergenz der Wachstumsraten zwischen den einzelnen Ländern gibt. Demnach werden Brasilien und Russland im kommenden Quartal wahrscheinlich in eine Rezession rutschen. Das Wachstum in den Entwicklungsländern in Asien wird hingegen deutlich über dem Durchschnitt erwartet, mit Ausnahme von China, wo ein Rückgang der Wachstumsrate von 7,4% in 2014 auf unter 7 % erwartet wird.


Quelle: Barclays

Gründe für diese Entwicklung sind neben der Geldpolitik der US-Notenbank, die Rohstoffpreise und ein Wandel Chinas. Die US-Notenbank wird voraussichtlich ab Sommer 2015 eine restriktivere Geldpolitik einleiten, was die Zinsen ansteigen lassen wird und zu einem Kapitalabfluss aus den Entwicklungsländern führen könnte. Die sinkenden Rohstoffpreise, insbesondere von Öl, setzen Länder, die vom Rohstoffverkauf profitieren unter Druck, im Gegenzug profitieren ölimportierende Entwicklungsländer in Asien und Europa von niedrigen Preisen. Ein schneller Wiederanstieg der Rohstoffpreise ist den Autoren zufolge unwahrscheinlich, da China, als ein großer Rohstoffimporteur,  aufgrund einer konsumentenorientierteren Ausrichtung langfristig weniger Rohstoffe nachfragen wird.


Quelle: Barclays

Dennoch gehen die Autoren davon aus, dass die Emerging Markets auch weiterhin eine attraktive Anlageklasse darstellen werden, da zwar die Risikoprämien gesunken sind, aber der Spread zu den Industriestaaten historisch gesehen sehr hoch ist. Des Weiteren wird erwartet, dass die Wechselkurse der Emerging Markets eine hohe Volatilität aufweisen werden, was einen Hedge des Währungsrisikos attraktiver macht.

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