Managerselektion und Alpha von Publikumsfonds
Angie Andrikogiannopoulos von der Universität Genf und Filippos Papakonstantinou vom Imperial College London haben in einem Forschungspapier die Verteilung von Fähigkeiten, auf Englisch "Skill" in der Investmentfondsbranche untersucht. Das Datensample umfasst rund 3.500 US-Aktienfonds für den Zeitraum 1975 bis 2011. Im ersten Schritt schätzen die Autoren den Anteil der Fonds, deren Management positives, negatives bzw. Null-Alpha generiert. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen können nur 14 % der Produkte nach Kosten und Gebühren ein positives Alpha erwirtschaften, bei 76 % ist dieses negativ. Im Anschluss daran wird die Verteilung der Alphas analysiert. Auffällig ist einerseits die stark endlastige Verteilung, andererseits der Modus von -0,80 %. Dieser liegt in Alphas von nahe bei 0 vor Abzug von Fees und einer durchschnittlichen Gebührenbelastung von knapp unter 1 % im Jahr begründet.
Quelle: Andrikogiannopoulos, Papakonstantinou (2014)
Von den untersuchten Fonds weisen 99 % ein Alpha im Intervall von -8,19 und 3,45 % auf. Rund die Hälfte aller Fonds hat ein Alpha kleiner -0,81 %. Von den 14 % mit positivem Alpha erzielen 5 Prozentpunkte eine Outperformance gegenüber der Benchmark von weniger als 0,40 %, weitere 5 Prozentpunkte liegen zwischen 0,40 und 0,88 %. Lediglich 1 % aller untersuchten Produkte schafft es, den Vergleichsindex um mehr als 2,45 % zu übertreffen. Aufgeteilt nach Investment-Strategien weisen aggressive Growth-Strategien den höchsten Anteil an positiven Alphas auf. Im Zeitverlauf bis in die 1990er Jahre sind sowohl Verteilung als auch der durchschnittliche Anteil an Fonds, der ein positives Alpha erzielt, weitgehend konstant. Ab Mitte der 90er Jahre steigt allerdings die Anzahl der negativen Alphas an und die Verteilung wird gestauchter. Diese Entwicklung zeigt an, dass es seit schwieriger geworden ist, Chancen am Aktienmarkt zu nutzen. Abschließend führen die Autoren verschiedene Robustheitstests durch, die die Ergebnisse der Untersuchung weitgehend bestätigen.
Absolut Research analysiert jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Universen. Die Absolut|rankings unterstützen damit den ersten Schritt der Managerselektion, sowie die Evaluierung bestehender Mandate.