11.05.2015 | Research

Factor Investing bei Rohstoffen

In einem aktuellen Forschungspapier untersuchen Daniel Giamouridis und Athanasios Sakkas von der Universität Athen sowie Nikolaos Tessaromatis vom EDHEC Risk-Institute die Eigenschaften von Rohstoffinvestments im Umfeld einer dynamischen Asset-Allokation. Hierzu betrachten die Autoren die Ergebnisse sowohl aus Sicht eines portfoliowertmaximierenden Investors als auch eines Investors, in dessen Fokus die Abdeckung seiner Verbindlichkeiten steht. Das verwendete Datensample umfasst den Zeitraum 1982 bis 2012. Neben der klassischen Benchmark, dem S&P Goldman Sachs Commodity Index werden drei faktorbasierte Portfolios untersucht, Equal Weight sowie zwei Momentum-Ansätze.


Quelle: Giamouridis, Sakkas, Tessaromatis (2014)

In-Sample ergeben sich erhebliche Diversifikationspotentiale durch Rohstoffinvestments, wobei die ideale Strategie von der Kombination mit anderen Assets abhängt. Bei der Kombination mit Anleihen ist die Benchmark von S&P am geeignetsten, während sowohl bei der Kombination mit einem Aktienportfolio als auch zur Absicherung von Verbindlichkeiten eher die anderen Gewichtungsmethoden vorteilhaft sind. Die rechnerisch optimale Allokation von Rohstoffen wird als wesentlich höher angesehen als bei institutionellen Investoren derzeit üblich, vor allem wenn faktorbasierte Gewichtungen zu Grunde gelegt werden. Renditesuchende Investoren sollten tendenziell größere Anteile in Rohstoffe investieren als Anleger, die Verbindlichkeiten finanzieren. Gleichzeitig sinkt der optimale Anteil bei längerem Anlagehorizont.


Quelle: Giamouridis, Sakkas, Tessaromatis (2014)

Out-of-Sample ergibt sich ein anderes Bild: Hier erweisen sich nur faktor- oder gleichgewichtete Rohstoffinvestments als vorteilhaft. Wird eine Buy-and-Hold-Strategie über den S&P GSCI angewandt, verschlechtert dies die Portfolioqualität.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Rohstoffe (Factor Investing)"
zurück