EIOPA: Risiken für den Versicherungssektor steigen
Wie die EIOPA im jährlichen Financial Stability Report mitteilt, stellen makroökonomische Risiken unverändert die größte Gefahr für die Stabilität von Versicherern und Pensionsfonds in Europa dar. Zwar sehen die Autoren der Analyse durchaus Verbesserungen in den Aktienmärkten und Sovereign Spreads, doch haben sich die Risiken insgesamt weiter verstärkt. Die exzessive Liquiditätsbereitstellung der Zentralbanken hat zu einem Mispricing verschiedener Assets geführt, deren Wert nicht mehr die zugrundeliegenden Risiken widerspiegelt. Sollten sich hier die Einschätzungen ändern, würde das zu einer deutlichen Korrektur der Asset-Preise und zu erheblichem Druck auf Versicherer und Pensionsfonds führen. Die drei größten Risiken für die Branche werden dabei in dem schwachen konjunkturellen Umfeld, einer Fortsetzung der Niedrigzinspolitik sowie Kreditrisiken gesehen.
Quelle. EIOPA
Für die Versicherungen, insbesondere Lebensversicherungen, stellt das Zinsumfeld eine besondere Herausforderung dar. Die Assekuranzen haben beispielsweise mit einer Ausweitung der Reserven reagiert. Auch auf die Pensionsfonds übt das Zinsniveau erheblichen Druck aus, allerdings macht Fixed Income hier nur einen Anteil von rund 45 % an den Portfolios aus, während Aktienanlagen aufgrund der Langfristigkeit der Verbindlichkeiten mit 32 % wesentlich höher allokiert sind als bei Versicherern. Trotz schwächerer Returns hat sich die Funding Ratio im Schnitt auf 110,4 % leicht verbessert.
Quelle: EIOPA
Für die Zukunft rechnen die Autoren mit einem gedämpften Wachstum des Versicherungsmarktes, was durch die Ausweitung makroökonomischer Risiken bedingt ist. Auf der anderen Seite wird von ansteigenden Prämien sowohl im Lebens- als auch sonstigen Versicherungsbereich ausgegangen.