08.04.2013 | Research

Einflussfaktoren von Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern

Ein Forschungspapier des Internationalen Währungsfonds, das vergangenes Jahr publiziert wurde, untersucht die Kursentwicklung von Staatsanleihen aus Schwellenländern in Hartwährungen. Der Autor, Fabio Comelli, entwickelt darin ein Modell mit dem lokale und globale Einflussgrößen über den Zeitraum von 1998 bis 2011 geschätzt werden können. Die Analyse zeigt, dass gute Fundamentaldaten grundsätzlich mit niedrigeren Spreads einhergehen. Ihr Einfluss sinkt allerdings in Krisenphasen. Auch der Einfluss globaler Faktoren schwankt, je nachdem welcher Zeithorizont betrachtet wird. So verliert beispielsweise das amerikanische Zinsniveau mit Beginn der Finanzkrise an Bedeutung. Comelli schließt daraus, dass in Krisenphasen der Einfluss nicht-ökonomischer Faktoren auf das Anlegerverhalten zunimmt.


Quelle: Comelli (2012)

Ebenfalls sind regionale Unterschiede zu beobachten. So haben makroökonomische Fundamentaldaten über den gesamten Betrachtungszeitraum signifikanten Einfluss auf Bond-Spreads in der EMEA-Region, in Asien dagegen nur bis 2003. Politische Risiken verlieren in der EMEA-Region mit Beginn der Finanzkrise an Einfluss auf die beobachteten Spreads. In Asien ist der Erklärungsgehalt globaler Faktoren seit 2008 höher als in der Zeit davor. In Lateinamerika ist das politische Risiko über den gesamten Zeitraum stärkster Einflussfaktor.

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