Einfluss globaler Finanzmärkte auf Konjunktur in Schwellenländern
Ein neues Arbeitspapier des Internationalen Währungsfonds untersucht welche Charakteristiken Schwellenländer besonders anfällig für externe Schocks durch die globalen Finanzmärkte machen. Einerseits hat die internationale finanzielle Integration der Schwellenmärkte in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark zugenommen, wodurch eine insgesamt steigende Anfälligkeit zu erwarten ist und andererseits sind in einer gegenläufigen Entwicklung die Fundamentaldaten erheblich robuster geworden, schreiben Gustavo Adler und Camilo E. Tovar. In ihrer Analyse über 40 Schwellenländer und ihre Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren kommen die beiden Autoren zu dem Ergebnis, dass einige Regionen trotz gestiegener Integration in der Lage waren ihre Anfälligkeit zu reduzieren.
Quelle: Adler, Tovar (2012)
Staaten in Lateinamerika und Asien waren den Autoren zufolge besonders gut in der Lage die wachsende internationale Integration in eine robustere Wirtschaftsleistung zu übersetzen. Auf Ausschläge des VIX-Index als Gradmesser für globale Finanzschocks reagieren diese Regionen im Zeitablauf mit insgesamt abnehmender Heftigkeit. Nur in den Staaten Osteuropas ist die Anfälligkeit im Betrachtungszeitraum gestiegen. Darüber hinaus belegt die Analyse, dass das Wechselkursregime einen entscheidenden Faktor für die finanzielle Verwundbarkeit des Staates darstellt. Ein Regime flexibler Kurse ist sehr viel besser in der Lage als Stabilisator zu wirken als ein fixierter Devisenkurs.