Einflüsse von ETFs auf Goldpreis und -volatilität
Seit der Auflegung des ersten Gold-ETFs im Jahr 2002 haben sowohl deren Anzahl als auch der Goldpreis kontinuierlich zugelegt. In einem aktuellen Forschungspapier untersucht der Dirk Baur von der University of Technology, Sydney, die Auswirkungen zunehmender Financialization auf Goldpreis und -volatilität. Dabei geht der Autor zunächst auf die theoretischen Überlegungen ein, bevor die Effekte ökonometrisch geschätzt werden. Der Datensatz umfasst 84 verschiedene Produkte, davon halten 50 den Rohstoff physisch, während es sich bei den anderen 34 um Swapkonstruktionen handelt.
Der Vorteil von Investments in Gold-ETFs liegt in den geringeren Kosten bzw. geringeren Bid-Ask-Spreads begründet. Hinzu kommt, dass vielen institutionellen Anlegern Direktinvestments in Rohstoffe nicht gestattet sind, sondern dies nur über Finanzprodukte wie ETFs möglich ist. Geringere Kosten eines Investments in Gold können zu einer Steigerung der Nachfrage und damit zu höheren Preisen und höheren Handelsvolumina führen. Gleichzeitig führt eine leichtere Handelbarkeit bei höheren Volumina nach Ansicht des Autors zu steigender Volatilität.
Quelle: Baur, 2013
Empirisch ist eine stetig wachsende Nachfrage nach Gold durch ETFs nachweisbar. Vor dem Hintergrund der relativ konstanten Nachfrage anderer Sektoren, etwa der Industrie, sieht der Autor damit deutliche Anzeichen für den Einfluss der ETFs auf den Goldpreis. Bezüglich der Volatilität fallen die Ergebnisse durchwachsen aus. Die prozentualen Preisveränderungen haben sich weder auf täglicher noch auf monatlicher Basis verstärkt; nur durch selektive Auslassung von Daten kann hier ein Zusammenhang konstruiert werden.
Zuletzt werden die Auswirkungen hoher Marktvolatilität auf die Bid-Ask-Spreads synthetischer und physischer ETFs untersucht. Zwar deuten die geschätzten Koeffizienten darauf hin, dass bei hoher Volatilität die Spreads synthetischer Produkte steigen, während die der physischen ETFs sinken, doch sind die Ergebnisse allesamt insignifikant.