Edhec analysiert staatliche Rettungsmaßnahmen
Die Finanzkrise setzte die Banken großem Druck aus und führte zu einer Vielzahl an Notfallmaßnahmen, um das Vertrauen in den Bankensektor wieder herzustellen. Einige Experten, darunter auch die Autoren der zugrunde liegenden Studie, vertreten die Meinung, dass durch die Dringlichkeit der Situation und der Notwendigkeit von Aktionen, diese Maßnahmen übereilt entworfen wurden und sich als ineffizient herausstellen.
Noel Amenc und Samuel Sender (Director und Research Manager des Risk and Management Research Centers der EDHEC Business School in Nizza) untersuchen in ihrer Studie die im Zuge der Finanzkrise eingeführten staatlichen Rettungsmaßnahmen. Sie baut auf den Ergebnissen ihrer vorangegangenen Arbeit (Sender 2008) auf, in welcher sie argumentieren, dass es die Aufgabe regulatorischer Rahmenbedingungen sein muss, die Bedingungen der Stabilität des Finanzsystems zu definieren. Beurteilt man aber die aktuellen Regeln für das Kapital der Banken nach diesem Gesichtspunkt, sind diese nur unzureichend ausgestaltet. Die Autoren zeigen in ihrer aktuellen Studie, dass eine Berichtigung der Mängel des regulatorischen Rahmens staatliche Kapitalspritzen unnötig gemacht hätte und einer Stabilisierung des Finanzsystems zuträglich gewesen wäre. Sie zeigen aber auch, dass es für eine Korrektur noch nicht zu spät ist.