Direkte Kommunikation entscheidend bei ESG-Engagement
Bei Engagement-Strategien entscheiden nicht nur unternehmensspezifische Faktoren über den Erfolg des Engagements, sondern in hohem Maße auch die zwischenmenschliche Kommunikation, zeigt ein Forschungspapier von Michael Wolff, Laura Jacobey und Hülgen Coskun von der Georg-August-Universität Göttingen. Im Schnitt steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Beeinflussungsversuches mit jedem direkten Treffen mit Verantwortlichen des Unternehmens um 5 Prozentpunkte. Grundsätzlich sind die Erfolgsquoten bei Governance-bezogenen Beeinflussungsversuchen mit 53 % am höchsten, während die Quote bei Umwelt-Themen am geringsten ist (28 %). Die Ergebnisse basieren auf 936 Engagements bei 520 verschiedenen Unternehmen.
Quelle: Wolff, Jacobey, Coskun, 2017
Ein genereller Weg zu erfolgreichen Beeinflussungen von Portfoliounternehmen besteht nicht, zeigen die Autoren. Je nachdem, welches Ziel erreicht werden soll, unterschieden sich die relevanten Faktoren wie bspw. Kommunikationsweg und Kontaktpersonen. Bei Governance-bezogenen Themen ist eine hohe Anzahl von Stimmrechten nicht zwingend erforderlich. In vielen Fällen hat sich ein direkter Kontakt zum Board des Unternehmens als erfolgversprechend herausgestellt. Direkter Kontakt zur höchsten Führungsebene ist hingegen nicht zwingend notwendig.
Quelle: Wolff, Jacobey, Coskun, 2017
Bei umweltbezogenen Themen kann das Kontaktpersonal im Unternehmen breiter gestreut sein, also bspw. auch Investor-Relations- oder CSR-Verantwortliche. Auch hier ist ein Kontakt zur höchsten Führungsebene allein nicht ausreichend, sondern muss durch weitere Kontakte ergänzt werden. Zudem zählen in starkem Maße auch unternehmensspezifische Faktoren wie Größe (>50.000 Mitarbeiter) oder Branche (z.B. Energie). Letzteres hingegen spielt keine Rolle bei sozialen Themen. Bisher geringe Sozialstandards erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit entsprechender Engagement-Versuche. Auffällig ist, dass der Erfolg von Beeinflussuungsversuchen in den Emerging Markets weitgehend idiosynkratisch erscheint, so dass die Strategie in besonderem Maße auf das Unternehmen zugeschnitten werden sollte.
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Mit der Publikation Absolut|impact zeigt Absolut Research das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, ESG-Initiativen und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.