11.01.2018 | Märkte

McKinsey - Globale Kapitalströme seit der Finanzkrise

Das McKinsey Global Institute hat in einer umfangreichen Marktanalyse die Globalisierung der Finanzmärkte seit der Zeit vor der Finanzkrise untersucht. Die Krise hat zu strukturellen Veränderungen im Bankengeschäft geführt, mit der Folge, dass seit dem Jahr 2007 die grenzüberschreitenden Kapitalflüsse um 65 % gesunken sind, wovon die Hälfte auf Rückgänge bei der internationalen Kreditvergabe zurückzuführen sind. Die Banken der Eurozone haben ihre grenzüberschreitende Kreditvergabe um 45 % reduziert, vor allem im Interbankenbereich. Gründe hierfür sind die stärker wahrgenommenen Länderrisiken, die geringere Profitabilität des Auslandsgeschäfts sowie Regularien, die Anreize für das Auslandsgeschäft gesenkt haben.

Demgegenüber haben Banken anderer Regionen, beispielsweise aus China, Kanada oder Japan, ihr Geschäft ausgeweitet. Trotz der deutlichen Rückgänge der grenzüberschreitenden Kapitalflüsse ist das Volumen der Auslandsinvestitionen in Relation zum BIP mit einem Wert von 183 % nahezu konstant geblieben. In absoluten Zahlen haben sich sowohl die Volumina der Direktinvestitionen als auch Aktien- und Anleihentransaktionen erhöht.


Quelle: McKinsey Global Institute

Angesichts der geänderten Zusammensetzung der grenzüberschreitenden Transaktionen – mehr Aktien- und Direktinvestitionen, weniger Kredite – ist das Kapitalmarktumfeld stabiler geworden. Hinzu kommt, dass die Ungleichgewichte in Leistungs- und Kapitalverkehrsbilanzen um rund ein Drittel gesunken sind. Dennoch bestehen weiterhin Risiken: Kapitalflüsse sind nach wie vor volatil, was entsprechende Auswirkungen auf Wechselkurse und die Volkswirtschaften nach sich zieht.


Quelle: McKinsey Global Institute

Auch ist die Bewertung der Aktienmärkte erheblich gestiegen, was die Gefahr einer Blase beschwört.
Zwei weitere Punkte sind das Ansteckungsrisiko über verschiedene Finanzmärkte hinweg und die unverändert große Intransparenz mancher Finanzplätze. Für die Zukunft werden neue Technologien neue Kanäle für den grenzüberschreitenden Kapitalverkehr schaffen, was sowohl seitens der Finanzindustrie als auch der Regulatoren berücksichtigt werden muss.


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