DIHK: Zinsumfeld belastet zunehmend die betriebliche Altersvorsorge
Das niedrige Zinsumfeld stellt eine wachsende Belastung für die betriebliche Altersvorsorge dar. Dies geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 9000 deutschen Unternehmen hervor. Insbesondere Großunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sehen sich steigenden Pensionsrückstellungen gegenüber. Zwar erleichtert das Niedrigzinsumfeld auf der einen Seite Investitionen, die über Fremdkapital finanziert werden, auf der anderen Seite macht das Zinsniveau aber eine Aufstockung der Pensionsrückstellungen notwendig. Die Kostensteigerung führt dabei immer häufiger zu ausbleibenden Investitionen, zeigt die Umfrage. Jedes dritte Unternehmen gab an, aufgrund steigender Pensionsbelastungen weniger zu investieren. 
Quelle: DIHK
Neben den direkten Belastungen durch höhere Rückstellungen kommen auch Finanzierungsschwierigkeiten hinzu. Die gebildeten Rückstellungen werden dem Fremdkapital zugerechnet und senken somit die Eigenkapitalquote. Weiterhin sind die Zuführungen erfolgswirksam und mindern den Jahresüberschuss. Diese beiden Faktoren führen bei den Unternehmen zu einer Verschlechterung des Ratings und einer Erhöhung der Finanzierungskosten, so die Studie. Dies betrifft besonders Unternehmen aus der Industrie oder dem Baugewerbe, da hier der Kapitalbedarf besonders hoch ist.
Quelle: DIHK
Die meisten Befragten nennen außerdem die unangemessene Behandlung der Pensionslasten im Steuerrecht als verschärfendes Investitionshindernis. Während der handelsrechtliche Zins auf Basis tatsächlicher Marktwerte berechnet wird, ist der steuerliche Rechnungszins auf 6 Prozent festgeschrieben. Die steigenden Zuführungen zu Pensionsrückstellungen werden steuerlich wie ein Gewinn der Unternehmens behandelt und entsprechend versteuert, schreiben die Autoren und sehen darin eine Verletzung des objektiven Netto-Prinzips und eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
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