18.03.2008 | BAI-Konferenz

Deutsche Hedgefonds meist in Zertifikateform

Hedgefonds haben es in Deutschland schwer, zumindest wenn es um die so genannten "Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken" laut Investmentgesetz geht. Diese 39 in Deutschland zugelassen Produkten verwalteten zum Ende des Jahres 2007 rund 1,9 Milliarden Euro, wie Michael Busack, Vorstand des Bundesverbandes Alternative Investments (BAI) und Geschäftsführer der Absolut Research GmbH, auf der BAI Alternative Investor Conference in Frankfurt im Rahmen eines Panels zeigte. Der Markt für Zertifikate auf Hedgefonds hingegen ist um ein Vielfaches größer. Ende 2007 gab es ungefähr 240 Produkte mit einem geschätzten Volumen von 28,0 Milliarden, sagte Busack.

Zum Abschluss der BAI Alternative Investor Conference äußerten sich im Rahmen einer Panel-Diskussion Vertreter der Hedgefonds-Branche zur Marktentwicklung in Deutschland. Hennig von Issendorf von Tungsten Capital Management sieht Schwierigkeiten für in Deutschland domizilierte Hedgefonds Kapital anzuziehen. Es gibt eine Reihe Restriktionen, z.B. bei den Investments und keine Möglichkeit international standardisierte Produkte aus Deutschland heraus zu managen. Dadurch zeigen ausländische Investoren kein Interesse an deutschen Produkte, so von Issendorf. Bereut hat es sein Unternehmen trotzdem nicht, einen Fonds nach deutschem Recht aufgelegt zu haben. "Die Genehmigung bei der BaFin stellte kein Problem dar und ging zügig vonstatten", sagte von Issendorf.

Rolf Dreiseidler von Man Investments, dessen Unternehmen sowohl mit strukturierten Produkten als auch in beratender Funktion für die in Deutschland zugelassenen Dach-Hedgefonds der Deka vertreten ist, sieht im Zuge der jüngsten Finanzmarktkrise eine Tendenz von Zertifikaten hin zu direkten Hedgefonds-Investments. Außerdem sieht Dreiseidler zukünftig vermehrt die Einbindung von Hedgefonds in Multi-Assetklassen-Portfolios.

Jörg Voigt von der Master Hedge KAG der SEB sieht bei den derzeit fallenden Aktienmärkten und den damit verbundenen Abflüssen bei Aktienfonds sehr große Chancen für die Hedgefonds-Branche. Die Master Hedge KAG stellt eine Plattform für mittlerweile sechs nach deutschem Recht aufgelegte Single-Hedgefonds dar.

Volkmar Kübler von der Asset Management Solutions GmbH, einem Unternehmen das als Berater und Vermittler zwischen Anbietern und Investoren in der Finanzbranche tätig ist, sieht eine bessere Kommunikation als den Schlüssel zum Erfolg für die deutsche Hedgefondsbranche. Kübler stellte fest, dass "viele Produktanbieter zu verliebt in ihre Produkte und zu wenig marktorientiert sind". Die Anbieter müssten sich mehr am Bedarf der potenziellen institutionellen Investoren orientieren, den Kübler unter anderem bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken sieht.

Olaf Trenner, vom Dach-Hedgefonds-Manager LGT Capital Partners in Pfäffikon, betonte, dass Hedgefonds nach deutschem Recht für internationale Investoren weniger interessant sind und deutsche Investoren sich auch primär an internationalen Standards orientieren. Aus diesem Gund hat sein Unternehmen auch bislang auf die Lancierung eines deutschen Dach-Hedgefonds verzichtet und bietet daher nur die internationalen Fonds über strukturierte  Produkte an.

Grundsätzlich war sich das Panel einig, dass Hedgefonds als Investment für institutionelle Investoren in Deutschland vor einem weiteren Aufschwung stehen, eine deutsche Hedgefonds-Industrie sich aber nur langfristig entwickeln wird.

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