02.04.2009 | Studie:

Deutsche Bank veröffentlicht Marktstudie zur Hedgefonds-Industrie

Die Hedge Fund Capital Group der Deutschen Bank hat im März 2009 ihre siebten "Alternative Investment Survey" veröffentlicht. Darin befragte die Deutsche Bank mehr als 1.000 Hedgefonds-Investoren, darunter Family Offices, Dach-Hedgefonds, Consultants und andere institutionelle Investoren. Trotz des auch für Hedgefonds ungünstigen Jahres 2008, halten die Investoren an Hedgefonds als Diversifikationsintrument fest. Jedoch haben sich für viele Anleger aufgrund der Ereignisse des vergangenen Jahres die Prioritäten bei der Auswahl geeigneter Hedgefonds geändert.

Das Diversifikationsargument zu anderen Anlageklassen stellt für Hedgefonds-Anleger den Hauptgrund eines Investments dar. Für 72% sei dies eine der wichtigsten positiven Eigenschaften. Weiterhin gaben 55% der Teilnehmer an, dass geringe Korrelationen zu anderen Asset-Klassen, die letztlich der Grund für das Diversifikationspotenzial von Hedgefonds sind, ein wichtiger Grund für ein Investment in Hedgefonds sei. Auch die Outperformance gegenüber traditionellen Long-Only-Indizes mache Hedgefonds auch in Zukunft für Investoren attraktiv.

 

Dass die Branche auch in Zukunft weiter bestehen werde zeigt sich in der Absicht der Investoren die hohen Cash-Reserven innerhalb der nächsten Monate zu reduzieren und einen Großteil in Hedgefonds zu investieren. Von den derzeitigen Reserven in Höhe von ca. 300 Mrd. US-Dollar wolle man, sofern sich die Märkte normalisieren, rund 80 Mrd. US-Dollar re-investieren. Trotz der Absicht auch zukünftig in Hedgefonds zu investieren, werde sich die Hedgefonds-Landschaft in Zukunft ändern. Der Prozess habe bereits mit einem Deleveraging auf beiden Seiten begonnen und werde weiter fortgesetzt. Mehr als 70% der Befragten haben innerhalb der letzten 12 Monate den Leverage-Grad reduziert und über 60% seien nicht daran interessiert die Portfolioergebnisse durch Leverage zu verstärken.
Bezüglich der Zielfonds liege bei vielen Investoren der Fokus auf großen Hedgefonds. Dem Bericht zufolge investieren 50% der Teilnehmer in Fonds mit einer Größe von mehr als 800 Mio. US-Dollar. Während 2005 etwa 90% der Befragten mittelgroße Hedefonds mit einem Volumen zwischen 100 Mio. und 1 Mrd. US-Dollar als Investment wählten, verschob sich der Fokus in 2008 und für 2009 damit deutlich zu größeren Fonds. Die Konzentration in weniger und größere Fonds schreiben die Autoren der Studie der Tatsache zu, dass erfolgreiche Manager verstärkt Gelder anziehen.

Bei der Managerauswahl räumen die Investoren dem Risiko-Management nun mehr Bedeutung für die Manager-Selektion ein. Für 78% der Befragten sei das Risikomanagement nun das zweitwichtigste Selektionskriterium, nach dem es im vergangenen Jahr nicht zu den drei wichtigsten Gründen  gehörte. Allerdings ist nach wie vor die Investment Performance das wichtigste Kriterium. Ebenso haben für viele Investoren Transparenz und Liquidität deutlich an Bedeutung gewonnen. So planen daher auch 43% der Befragten in Zukunft einen Teil der Hedgefonds Investments über Managed Accounts zu tätigen.

 

Für das kommende Jahr erwarten die Investoren, dass die Strategien Global Macro und Long/Short sowie Managed Futures zu den besten Performern zählen werden. Dementsprechend planen ca. 70% der Anleger in Global Macro Strategien zu investieren. Darüber hinaus gaben die Befragten an, dass sie ebenfalls verstärkt in Distressed- und Credit-Long/Short-Strategien investieren wollen. Als größte Herausforderungen für die Industrie in 2009 sehen die Befragten Redemptions, illiquide Märkte und das Erreichen einer adäquaten Performance.

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