09.05.2011 | Märkte

Deutsche Bank untersucht Contingent Convertible Bonds

Das Research-Team der Deutschen Bank erörtert in einem Finanzmarkt Spezial vom 15. April eine neue Form der Wandelanleihen, die Contingent Convertibles (CoCos). Diese bedingten Anleihen wandeln sich automatisch bei Eintreten eines vorher determinierten Ereignisses in eine festgelegte Menge an Aktien um. Damit stehen Contingent Convertibles in vollem Umfang zur Verlustabdeckung bereit und werden unter der neuen Basel-III Richtlinie als hybride Kapitalform zur Eigenmittelunterlegung anerkannt werden. Ziel ist es, nachrangige Gläubiger ebenso wie Eigenkapitalgeber bereits frühzeitig an den Kosten des Krisenmanagements zu beteiligen. Während der Finanzkrise blieben Anleihegläubiger weitgehend verschont, da Banken, die technisch insolvent waren, auf Grund ihrer Bedeutung für das Finanzsystem staatlich aufgefangen wurden.

Aufgrund ihrer Anerkennung als Hybridkapital könnten CoCos langfristig die bisherigen Hybridanleihen ersetzen. In einem Szenario der prognostizierten Risikoaktiva unter Basel-III für die 25 größten europäischen Banken schätzt die Deutsche Bank das Marktpotenzial für CoCo-Bonds je nach Aufschlag der risikogewichteten Aktiva auf 138 Mrd. Euro (1,5% Szenario) bis 550 Mrd. Euro (6% Szenario). Die Menge der hybriden Anleihen im derzeitigen Tier 1 Kapital beläuft sich auf etwa 150 Mrd. Euro.


Quelle: Deutsche Bank Research

Die zentralen, zu klärenden Fragen, die über die Praktikabilität der Anleihen entscheiden, sind jedoch die Wahl des Wandlungsauslösers und die Bedingungen, zu denen ein CoCo Bond gewandelt wird. Die Deutsche Bank schätzt, dass sich zwei Arten von CoCos entwickeln könnten. Solche mit hohem Auslöser, die so früh eingreifen, dass eine Bank den Punkt der Handlungsunfähigkeit gar nicht erst erreicht, oder solche, die einen niedrigen Auslöser haben, dessen Erreichung unwahrscheinlich ist. Die Deutsche Bank nimmt an, dass CoCos zu einem Zins zwischen 8% und 9% handeln könnten.

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