Deutsche Bank sieht Krise als Chancen für Private Equity
Die Private-Equity-(PE)-Branche wurde von der Finanzkrise nicht verschont. Rekordwerte im Fundraising und Fremdkapitaleinsatz vor der Finanzkrise lassen den derzeitigen Einbruch bei diesen Größen besonders hoch erscheinen. Zudem sind die Portfoliounternehmen von der realwirtschaftlichen Rezession betroffen, wodurch PE-Fonds von zwei Seiten unter Druck geraten.
Doch bietet die Krise der Branche gerade neue Möglichkeiten, da PE Investments im historischen Vergleich dann die höchsten Renditen erzielen konnten, je niedriger das BIP-Wachstum im Jahr der ersten Investition war. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Deutschen Bank über den globalen PE-Markt.
Quelle: Deutsche Bank Research
So bieten die Stärken der Branche, die Verbesserung des Managements, die ökonomische Fokussierung von Innovationen und die Restrukturierung gerade in Krisenzeiten die Möglichkeit, Unternehmenswerte zu steigern.
Problematisch wird allerdings der hohe Leverage der vergangenen Jahre gesehen. Da Refinanzierungen derzeit schwierig seien, müßten die Portfoliounternehmen hohe Cash Flows generieren, um ihre Verbindlichkeiten bedienen zu können. Zusätzlich müßten einige institutionelle Anleger aufgrund interner oder externer Richtlinien ihre Engagements in PE verringern.
Quelle: Deutsche Bank Research
Positiv hingegen sei, dass PE-Fonds in der Boomphase 2007 bis Mitte 2008 500 bis 1.000 Mrd. US-Dollar an uninvestierten Reserven aufgebaut hätten. Mit diesen Mitteln könnten Portfoliounternehmen gestützt oder derzeit günstige Bewertungen für neue Beteiligungen genutzt werden. Aufgrund der Hetrogenität bei den Fonds erwarten die Analysten hier eine Ausweitung der Renditestreuung. Für die nächste Zeit werden kleinere Buyouts, Minderheitsbeteiligungen und Schwellenländerinvestments als erfolgreiche Strategien gesehen.