17.07.2014 | Märkte

Deutsche Bank analysiert Attraktivität deutscher Wohnimmobilien

In einer umfangreichen Studie, die Ende Mai veröffentlicht wurde, haben die Deutsche Bank und die IREBS Universität Regensburg deutsche Wohnimmobilen als Kapitalanlage untersucht. Prof. Tobias Just, Michael Heinrich und Dr. Jochen Möbert kommen zu dem Schluss, dass die jüngsten Preissteigerungen weiterhin wesentlich durch fundamentale Bestimmungsfaktoren erklärt werden können. Sowohl im Bundesdurchschnitt als auch für die meisten Regionen könne daher nicht von einer Immobilienblase gesprochen werden. Seit Anfang 2008 stiegen die Hauspreise inflationsbereinigt um 3 % pro Jahr, in Großstädten um fast 5 % p.a., und liegen damit verglichen mit vergangenen Preiszyklen im normalen Bereich. Auch hinsichtlich der Mietpreisentwicklung sehen die Autoren keine übertriebene Entwicklung. Selbst in Großstädten befinden sich die Mietpreise deutlich unter dem Niveau der 1990er Jahre. Dennoch geben die Autoren zu bedenken, dass Abwärtsrisiken zuletzt zugenommen haben. Neben dem niedrigen Zinsumfeld begünstigt Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa derzeit die Marktentwicklung. Beide Aspekte müssen jedoch nicht dauerhaft sein, schreiben die Autoren, und könnten dann zu Preissenkungen führen.


Quelle: Deutsche Bank, IREBS Regensburg

Ebenfalls bestehen große regionale Unterschiede, nicht nur zwischen Ost- und Westdeutschland. Die teuersten zehn Städte in den alten Bundesländern sind rund 60 % teurer als die Top-10 der neuen Bundesländer. Nur Berlin liegt bundesweit in den Top-10, alle übrigen ostdeutschen Metropolen liegen sogar außerhalb der Top-50 im Bundesdurchschnitt. Auch kaufkraftgewichtet sind westdeutsche Städte erheblich teurer als ostdeutsche. Anlagechancen sehen die Autoren daher vor allem abseits der Top-Lagen. In den Großstädten begünstigt das positive Arbeitsmarktumfeld die Wert- und Mietpreisentwicklung in den einfacheren Lagen.


Quelle: Deutsche Bank, IREBS Regensburg

Ein attraktives Verhältnis von Mietpreisentwicklung und Wertsteigerungen sehen die Autoren außerdem in mittelgroßen Städten, wie Rostock, Trier oder Passau. Auch die ostdeutschen Metropolen Leipzig und Erfurt besitzen demnach ein attraktives Umfeld für Investitionen in Wohnimmobilien.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Immobilien Real Estate"
zurück