03.02.2011 | Research

Determinanten der Staatsanleihen-Spreads aus Schwellenländern

Eine Ende Dezember erschienene Research-Publikation des International Monetary Fund (IMF) untersucht die Spread-Entwicklung von Staatsanleihen aus Schwellenländern. Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie von zunehmenden Investments in Schwellenländeranleihen untersuchen die Autoren insbesondere, ob fundamentale oder kurzfristige Faktoren maßgeblichen Einfluss auf die Spreads haben. Dazu erweitern sie bisherige Untersuchungen, die zumeist auf einen Zusammenhang von Spreads und makroökonomischen Faktoren abstellen, um einen Financial Stress Index sowie Komponenten zur Messung der globalen Liquidität.


Quelle: IMF (2010)

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass langfristig alle Effekte, die einen Einfluss auf die Liquidität und nachhaltige Entwicklung eines Landes haben, sowie politische Risiken, maßgeblich die Spreads bestimmen. Dieses Ergebnis ist konsistent mit vorangegangenen Arbeiten. Kurzfristig besitzen der Financial Stress Index und die globale Liquidität signifikanten Einfluss auf die Spreads und verdrängen die Bedeutung der fundamentalen Faktoren. Als Erklärung ziehen die Autoren die eingeschränkte Fähigkeit zur Bedienung der Schulden während Phasen finanzieller Anspannung heran. Da Sekundärmarktdaten für die Analyse verwendet werden, wären weitergehende Analysen über die genauen Ursachen der kurzfristigen Spread-Entwicklung, z. B. durch eine mögliche steigende Risikoaversion von Investoren in Krisenzeiten, interessant.

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