IMF sieht Finanzsystem weiterhin hohen Risiken ausgesetzt
Der International Monetary Fund (IMF) weist in seinem Mitte Januar erschienenem "Global Financial Stability Report - Market Update" darauf hin, dass auch zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise noch hohe Risiken für das Finanzsystem bestehen. Die ausufernde Verschuldung europäischer Staaten und die dadurch stark gestiegenen Kosten für Staatsanleihen einiger Länder bilden, in gegenseitiger Abhängigkeit mit den europäischen Banken, ein fragiles Gebilde, welches mit einer plötzlichen Marktverwerfung einzustürzen droht.
Quelle: IMF
Auch sei der Entschuldungsprozess in einigen entwickelten Industrienationen, besonders jedoch in den USA und Großbritannien, noch lange nicht vollzogen. Dies führe zu wenig Nachfrage und geringer Kreditbereitschaft bei den Banken, insgesamt also zu schleppendem Wachstum.
Die Attraktivität der Schwellenländer bezüglich Wirtschaftswachstum und Renditen führe hingegen zu hohen Mittelzuflüssen in diese Regionen. Dadurch könnten Preisblasen entstehen.
Quelle: IMF
Der IMF warnt daher davor, geplante Verbesserungen des Finanzsystems nicht fortzuführen. Fiskal- und geldpolitische Stimuli hätten zwar kurzfristig geholfen, seien langfristig jedoch ungeeignet um strukturelle Probleme zu beheben bzw. könnten selbst Schwierigkeiten generieren, wie das anhaltend niedrige Zinsniveau.