Corona-Krise belastet europäische Credits
In Europa waren im ersten Quartal 2020 steigende Ausfallraten im High-Yield-Sektor zu beobachten, wie aus einem Bericht des Verbands Afme hervorgeht. Demnach stieg die 12-Monats-Ausfallrate seit März 2019 von 2,0 % auf nun 2,4 % (S&P) bzw. von 1,0 % auf 1,7 % (Moody's). Beide Ratingagenturen zählten vier Anleihenausfälle im ersten Quartal 2020, davon drei in Zentraleuropa und einen in Emerging Europe. In April und Mai 2020 wurden 11 Kreditereignisse gezählt, was hauptsächlich auf verpasste Zinstermine zurückzuführen war. Insgesamt 76 Ratingverschlechterungen waren nach Angaben von Moody's zu verzeichnen.

Quelle: Afme
In diesem Marktumfeld war auch die Emissionstätigkeit rückläufig. Im Leveraged-Loan-Segment sank das begebene Volumen gegenüber dem vorigen Quartal um 16 % auf 38 Mrd. Euro. Das Niveau lag aber immer noch um 32% höher als im gleichen Quartal des Vorjahres. Auch im High-Yield-Bond-Segment sank das Emissionsvolumen. Mit 29 Mrd. Euro wurde 14 % weniger emittiert als im vorhergehenden Quartal.

Quelle: Afme
Das Spread-Niveau europäischer High Yield Bonds stieg von rund 300 Basispunkten zu Jahresbeginn bis Ende des ersten Quartals auf knapp 860 Punkte. Bis Anfang Juni sanken die Prämien jedoch wieder auf rund 500 Bps. Im Leveraged Loan Segment manifestierten sich Preisrückgänge von bis zu 20 %.
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