Chancen und Risiken einer US-Zinswende
Sal. Oppenheim hat in einer aktuellen Marktanalyse den historischen Einfluss von Zinsanstiegen bei Staatsanleihen auf den Aktien-, Renten- und Rohstoffbereich untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass Aktien von dem aktuellen makroökonomischen Umfeld profitieren dürften. Die Autoren erwarten Mitte des Jahres einen Zinsanstieg bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen. Historisch gesehen wirkten sich Zinsanstiege positiv auf Aktienrenditen und Rohstoffe und negativ auf Anleiherenditen aus. Die durchschnittliche Jahresrendite des S&P 500 in Zinsanstiegsphasen beläuft sich auf 11,1 % und liegt damit über der Durchschnittsrendite des gesamten Betrachtungszeitraums von 10,7 %. In Deutschland entwickelten sich Aktien in einem steigenden Zinsumfeld historisch gesehen vergleichsweise schlechter. Die durchschnittliche Rendite betrug nur 5,2 % p.a. im Gegensatz zu 9,1 % p.a. über den gesamten Zeitraum. Wenn der Zinsanstieg zusammen mit positiven Konjunkturerwartungen auftrat, waren die Durchschnittsrenditen mit 15,3 % in den USA und 8,1 % in Deutschland deutlich höher.
Quelle: Sal. Oppenheim
Der steigende Diskontierungssatz bei einem Zinsanstieg wirkte sich bisher negativ auf Anleihen aus. In Phasen steigender Zinsen erzielten Anleihen in den USA nur 2,2 % p.a. im Gegensatz zum langjährigen Mittel von 6,9 % pro Jahr. In Deutschland fiel die Performance von Anleihen noch stärker ab. Sie sank von 6 % p.a. im Mittel auf 0,7 %. Positive Konjunkturerwartungen verstärkten diesen negativen Effekt. 
Quelle: Sal. Oppenheim
Rohstoffe profitierten bisher von Zinserhöhungen. So erzielte beispielsweise Gold in Phasen steigender Zinsen eine Rendite von 18,5 % p.a., während es im Mittel nur 9,7 % waren. Für 2015 erwarten die Autoren, dass sich Aktien gut entwickeln werden, während sich Renteninvestoren auf unterdurchschnittliche Renditen einstellen sollten. Für Rohstoffe sehen sie nur gemäßigtes Potenzial aufgrund der Veränderungen am Ölmarkt.