11.01.2017 | Märkte

BVI erweitert Wohlverhaltensregeln um ESG-Kriterien

Der deutsche Fondsverband BVI hat im Oktober seine Wohlverhaltensregeln überarbeitet und um nachhaltige Aspekte erweitert. Die wesentlichen Änderungen sind die Aufnahme des Grundsatzes "comply or explain", die Integration der Leitlinien zum verantwortlichen Investieren und die Streichung aller durch das KAGB geregelten Pflichten, etwa die Vorkehrungen zum Umgang mit Interessenskonflikten oder mit laufenden Kosten.

Die BVI-Wohlverhaltensregeln formulieren in fünf Grundsätzen, dass
- Fondsgesellschaften keine unangemessenen Kosten und Gebühren erheben sowie Anlegerinteressen nicht durch marktmissbräuchliche Praktiken beeinträchtigen,
- Fondsgesellschaften klare Ausführungsgrundsätze zur marktgerechten Abwicklung und eine faire Anlegerbehandlung beachten,
- Fondsgesellschaften klar, umfassend und verständlich informieren,
- Geschäftsleitung und Aufsichtsrat auf eine gute Corporate Governance der Fondsgesellschaft hinwirken und
- Fondsgesellschaften gesellschaftliche Verantwortung in ökologischen, sozialen Belangen sowie zur guten Unternehmensführung (ESG) übernehmen.

Im fünften Grundsatz werden nun erstmals die 2012 vom BVI formulierten Leitlinien zum verantwortlichen Investieren in die Wohlverhaltensregeln integriert. Sie sehen vor, dass Asset Manager im Rahmen ihrer treuhändischen Verantwortung ESG-Kriterien berücksichtigen und diese in die Risikoeinstufung von Wertpapieren und Sachwerten einfließen lassen. Außerdem sind Asset Manager angehalten, ihre Publikumsfonds und Investmentstrategien nur dann als nachhaltig, ethisch oder ökologisch zu bezeichnen, wenn ihre Anlageentscheidungen nach in Fondsdokumenten festgelegten ESG-Strategien getroffen werden.


Quelle: BVI

Die neue Fassung der freiwilligen Standards gelten ab dem 1. Januar 2017 mit einer Übergangsfrist von neun Monaten.


Mit dem Absolut|impact hat Absolut Research im Mai 2016 eine neue Plattform gestartet, die das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren abbildet. Die zweite Ausgabe vom Oktober 2016 enthält u.a. Beiträge zur Bedeutung institutioneller Investoren im Markt nachhaltiger Investments, verantwortungsvollem Investieren in Private Equity, Klimarisiken im langfristigen Portfolio sowie rechtlichen Rahmenbedingungen von Energiewende-Investments. Der Absolut|impact zeigt Investoren, wie sie eine positive Wirkung auf ihr Portfolio und gleichzeitig auf die Gesellschaft als Ganzes möglich machen können.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.

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