Branchenverbände fordern gesonderte Besteuerung von Private-Equity- und Hedgefonds
Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 unter die Top drei der Finanzplätze der Welt zu gelangen (derzeit Platz sechs). Um dieses Ziel zu erreichen, haben Behörden und Finanzbranche Anfang des Jahres den "Steuerungsausschuss Dialog Finanzplatz" (Stafi) ins Leben gerufen. Vier Arbeitsgruppen prüfen, wie sich die Rahmenbedingungen für den Finanzplatz Schweiz verbessern lassen.
Im Zentrum der Diskussion steht derzeit die Arbeitsgruppe, die sich mit den Besteuerung von Private-Equity- und Hedgefonds befasst. Da die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bieten sich laut Branchenvertretern in diesen Bereichen Wachstumschancen. Zu diesem Zweck wurde mit dem Kollektivanlagengesetz (KAG) die Rechtsform der Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen (KGK) geschaffen. Doch auch über ein Jahr nach der Einführung wird die KGK bisher kaum genutzt. Hierfür machen die Branchenverbände Swiss Private Equity & Corporate Finance Association (SECA) und Swiss Funds Association (SFA) die herrschende Rechtsunsicherheit bei der Besteuerung der KGK verantwortlich.
Um international konkurrenzfähig zu sein, fordern die Verbände einen Steuersatz von höchstens 15% für die Gewinnbeteiligung des Managements. Im Bereich Venture Capital setzen sie auf völlige Steuerfreiheit. Die Umsetzung dieser Forderung wäre gleichbedeutend mit einer steuerlichen Bevorzugung von Private-Equity- und Hedgefonds. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verwies bereits darauf, dass die Vergütung des Managements als Einkommen aus Erwerbstätigkeit gilt, und dass für eine gesonderte steuerliche Behandlung eine Gesetzesänderung notwendig wäre.
Da ähnliche Diskussionen über die Besteuerung von Beteiligungsgesellschaften in Großbritannien und Deutschland stattfinden, bietet sich laut der SECA die Möglichkeit, diese zur Migration an den Standort Schweiz zu bewegen, sofern das Steuerrecht geändert wird. Dies wäre entscheidend für die Umsetzung der gesetzten Wachstumsziele, so die SECA.