06.08.2013 | Research

BIS-Jahresbericht kritisiert unkonventionelle Geldpolitik

In ihrem Jahresbericht fordert die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) ein Ende der unkonventionellen Geldpolitik der Zentralbanken. Gleichzeitig rügt der Report die Fiskal- und Wirtschaftspolitik, die durch die Geldpolitik gewährten Freiräume und "geliehene" Zeit nicht effizient genutzt zu haben. Stattdessen sollten sich Zentralbanken wieder auf ihre Kernaufgaben, insbesondere die Geldwertstabilität, konzentrieren und auf Seiten der Fiskalpolitik der Fokus auf die Entschuldung und Rückkehr auf einen nachhaltigen Wachstumspfad gelegt werden. Dennoch widmet die BIS mehrere Kapitel fiskalpolitischen Empfehlungen.


Quelle: BIS

Unter anderem kritisiert die BIS die mangelnde Flexibilität in den Arbeitsmärkten. Insbesondere in Schwellenländern, aber auch in Industriestaaten wie etwa Frankreich, Italien oder Deutschland, würde eine zu starke Regulierung die Umverteilung auf dem Arbeitsmarkt behindern. Eine stärkere Liberalisierung könnte den Beschäftigungsgrad um rund drei Prozentpunkte steigern, schreiben die Autoren. Gleichzeitig räumt der Report aber ein, dass eine Restrukturierung in Zeiten schwachen Wachstums zunächst zu steigender Arbeitslosigkeit führen kann.


Quelle: BIS

Weiteres Augenmerk legt der Jahresbericht im letzten Kapitel auf mögliche Auswirkungen einer Reduzierung der expansiven Geldpolitik. Die große Herausforderung wird sein, einen sanften Übergang zu bewerkstelligen. Die Instrumente dafür seien vorhanden. Dazu zählen die Autoren auch das Mittel der "Forward Guidance", also der gezielten verbalen Einflussnahme auf die Zinserwartung. Die BIS rechnet aber nicht mit einer Zinshebung in den kommenden 12 Monaten. Insbesondere die hohe Staatsverschuldung dürfte Druck auf die Zentralbanken ausüben und einen raschen Zinsanstieg bremsen.

Darüber hinaus enthält der Jahresbericht Standpunkte zur Schuldentragfähigkeit der Industrienationen sowie der Neuregulierung des Bankensektors.

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