Beta-Steuerung von Low-Vola-Portfolios
David Blitz, Clint Howard, Danny Huang und Maarten Jansen von Robeco haben in einem Research Paper einen Ansatz zur Nutzung der Low-Volatility-Anomalie vorgestellt, der eine leichte Hebelung vorsieht. Damit soll das Beta des Portfolios, welches bei Low-Vola-Ansätzen meist niedriger ausfällt, auf 1 erhöht werden, um in Bullenmärkten keine Underperformance zu erleiden.
Die Autoren konstruieren zunächst ein klassisches Low-Vola-Portfolio, berücksichtigen anschließend zusätzlich die Faktoren Value, Momentum und Quality und hebeln dieses dann um rund 40 % auf ein Beta von 1. Dabei wird der Tracking Error zum Markt begrenzt. Für ein Developed Market Sample im Zeitraum 1986 bis 2023 erhöht dies das jährliche Alpha gegenüber einem klassischen Low-Vola-Portfolio von 3,32 % auf 5,92 %. Gleichzeitig verbessert sich die Information Ratio und der Maximum Drawdown verringert sich relativ zum Marktportfolio um 10 Prozentpunkte.

Quelle: Blitz, Howard, Huang, Jansen, 2024
Die Autoren zeigen, dass diese Outperformance keine Folge der Hebelung ist, sondern auf die verbesserte Ausnutzung der Low-Vola-Anomalie zurückzuführen ist. Dabei kann der Ansatz in allen Marktphasen, auch Bullenmärkten, eine Outperformance generieren. Gleiches gilt, wenn nicht die Developed Markets insgesamt, sondern regionale Teilmärkte betrachtet werden, etwa die USA, Europa und die Emerging Markets.

Quelle: Blitz, Howard, Huang, Jansen, 2024
Die Hebelung des Portfolios ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Strategie bleibt profitabel, solange der Financing Spread für den Hebel unter 600 Basispunkten pro Jahr liegt.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien, darunter Low-Vola-Ansätze, jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity.
Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.