22.02.2016 | Research

Benchmark-orientierte Vergütung kann Markteffizienz senken

In einem IWF-Forschungspapier untersuchen Deniz Igan und Marcelo Pinheiro die Auswirkungen einer an der relativen Performance zu einer Benchmark angelehnten Vergütung von Portfoliomanagern. Unter der Annahme frei verfügbarer Informationen zeigen die Autoren, dass steigendem Anteil der Relative-Performance-Vergütung an der Gesamtvergütung des Managers eine sinkende erwartete Rendite für Investoren und eine steigende Bereitschaft der Fondsmanager zu riskanten Trades einhergeht. Für den Gesamtmarkt bestehen dadurch jedoch positive Effekte in Form von höherer Liquidität, steigender Informationseffizienz bei der Preisfindung und sinkenden Kosten adverser Selektion von Noise Tradern.

Wird die Informationsgewinnung der Manager als endogener und mit Kosten verbundener Prozess modelliert, jedoch mit Informationen als öffentlichen Gütern, bestätigen sich zwar die Ergebnisse zur höheren Liquidität, die Informationseffizienz des Gesamtmarkts kann jedoch sinken. Anschließend untersuchen die Autoren die Konsequenzen bei Informationen als private Güter. Hier nimmt die Informationseffizienz der Preisfindung grundsätzlich ab. In einem Marktumfeld mit mehreren Assets zeigt sich zudem, dass eine relative Performance-Vergütung zu einem Anstieg der Korrelation verschiedener Märkte führt, was Ansteckungseffekten mit sich bringen kann, die Volatilität zunimmt und ein Home Bias zu einer rationalen Entscheidung werden kann.

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