Belastungen durch Solvency II und IAS 19
Allianz Global Investors schreibt in einer Ende Mai erschienenen Studie, dass sich zwischen Niedrigzinsumfeld und neuen Regulierungsvorschriften das Anlageverhalten von Versicherungen und Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge wesentlich verändern wird. Insbesondere Lebensversicherer stehen angesichts niedriger Renditen in allen Anleihesegmenten vor wachsenden Bilanzlücken. Durch Solvency II und den neuen IAS 19 verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Diskontrate nach IAS 19 knüpft die Höhe der Pensionsverpflichtungen stark an die Kapitalmarktentwicklung und wirkt damit prozyklisch, schreiben die Autoren. Eine Reduzierung des Rechnungszinses um 1 % dürfte zu einer Erhöhung der Verpflichtungen zwischen 15 % und 17 % führen.
Quelle: Allianz Global Investors
Auch unter der kommenden, wenn auch stetig verschobenen, Solvency-II-Regelung lauern Zusatzbelastungen für die Assekuranz. Die Neuregelung der Solvenzkapitalanforderungen bevorzugen im Standardmodell Staatsanleihen der EEG-Staaten, die nicht mit Eigenmitteln hinterlegt werden müssen. Für Unternehmensanleihen richtet sich die erforderliche Eigenmittelunterlegung nach dem Rating und der Duration. 5-jährige AA-Anleihen müssen mit 5,5 % unterlegt werden. Für Aktien der OECD-Länder und Schwellenländer müssen mit 39 % bzw. 49 % deutlich mehr Eigenmittel vorgehalten werden. High-Yield Anleihen mit 5 Jahren Laufzeit erfordern hingegen eine maximale Hinterlegung von 37,5 %.
Quelle: Allianz Global Investors
Trotz der hohen Hinterlegung für Aktien oder Private Equity erscheinen diese Investments langfristig attraktiv, schreiben die Autoren. Die höheren erwarteten Risikoprämien gegenüber europäischen Staatsanleihen dürften ausreichen, die zusätzlichen Kapitalanforderungen zu kompensieren. Insbesondere bei Investitionen in Infrastrukturkredite oder -aktien dürfte sich der lange Anlagehorizont bezahlt machen.