27.09.2012 | Märkte

Beispiellose Konstellation an den Finanzmärkten

Unter dem Titel "Journey Into The Unknown" hat Deutsche Bank Research Anfang September die diesjährige Long Term Asset Return Studie veröffentlicht. Darin kommen Jim Reid, Nick Burns und Stephen Stakhiv zu dem Schluss, dass sich die Weltwirtschaft an einem historischen Punkt und auf dem Weg ins Unbekannte befindet. Ihr Blick auf die langfristigen Renditen von Staatsanleihen, der Ausweitung der Zentralbankbilanzen und den Schuldenstand öffentlicher Emittenten belegt eine historisch beispiellose Konstellation. Noch nie gab es auf globaler Ebene eine derart synchrone Situation, in der Staaten über mehrere Jahrzehnte enorme Schulden angehäuft haben und die Notenbanken nun gleichzeitig koordiniert frisches Geld in die Märkte schleusen.


Quelle: Deutsche Bank

Die Ursache sehen die Autoren unter anderem in der Auflösung des Goldstandards im Jahr 1971, dem eine bis heute andauernde Phase kontinuierlicher öffentlicher Haushaltsdefizite folgte. In der Theorie hätte sich der reale Goldpreis seitdem nicht verändern dürfen. Die Realität sieht bekanntermaßen anders aus und die Autoren stellen fest, dass die Definition der echten Inflationsrate heute die wahre Herausforderung für Investoren und Regulierer ist.


Quelle: Deutsche Bank

Ihr Report ist jedoch "kein Liebesbrief an den Goldstandard", schreiben die Autoren. Eine Rückkehr hätte verheerende Konsequenzen. Gleichwohl zeigt der Blick in die Geschichtsbücher, dass langfristig nachhaltiges und balanciertes Wachstums nur durch eine Kopplung des Geldwerts an reale Werte zu realisieren sein wird. Als kurzfristige Lösung der aktuellen Probleme sehen die Autoren nur eine flächendeckende Umschuldung. In tatsächlich freien Märkten, schreiben sie, hätte eine solche Anpassung in den vergangenen fünf Jahren bereits stattgefunden. Die Politik und Zentralbanken unternehmen jedoch alles dies zu verhindern.

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