Barclays sieht Ende des Rohstoffzyklus
Rohstoffe setzen ihre schwache Performance aus dem Vorjahr weiter fort. Mit dem zuletzt heftigen Rückgang bei Gold ist nun auch der Rohstoff mit der jüngst besten Wertentwicklung eingebrochen. Das Ende des Rohstoff-Super-Zyklus liegt in Sichtweite, schreibt Barclays Capital im jüngsten Rohstoffbericht "Commodity Refiner". Die Rohstoffmärkte konnten im Gegensatz zu Aktien zuletzt nicht von der steigenden Risikobereitschaft der Investoren profitieren. Schwache Konjunkturdaten aus China und der steigende Dollar sorgte für weiteren Druck. Passive Produkte verloren im Zuge dessen im April deutlich an Wert, Mittel flossen ab, auch aufgrund der enttäuschenden Seitwärtsentwicklung 2012.
Quelle: Barclays Capital Research
Des Weiteren haben die Angebotsaussichten für mehrere Rohstoffe deutlich zugenommen, wodurch ein Preisauftrieb praktisch unmöglich wird. Dies gilt für Industriemetalle, wobei Kupfer besonders hervorsticht, sowie für Rohöl. Gold und Silber erlitten zuletzt hohe Preisverluste, maßgeblich ausgelöst durch ausbleibende Inflation in Verbindung mit einem historisch hohen realen Preisniveau. Outperformance wird im Segment der Edlemetalle nur für Platin erwartet. Andere Edelmetalle könnten Gold und Silber ebenfalls überholen.
Quelle: Barclays Capital Research
Die Preisverfall bei Gold hat die Mittelabflüsse in Exchange Traded Products befeuert. Bis Ende Februar lagen die Mittelabflüsse aus dieser Produktform bei rund 6 Mrd. US-Dollar. Mit passiven Rohstoffinvestments wird nach Ansicht von Barclays Capital in diesem Marktumfeld nur schwer eine adäquate Rendite zu erreichen sein. Investoren, die weiterhin die Risikoprämien von Rohstoffen nutzen wollen, sollten daher vor allem mit aktiven Strategien entlang der Futures-Kurve und in den Spreads Handelsgelegenheiten suchen.