Auswirkungen von Indexinvestments auf Finanzstabilität
Die Federal Reserve hat in einem Researchpaper anhand von vier Kriterien untersucht, welche Auswirkungen der zunehmende Anteil von Index-Investments auf die Stabilität des Finanzmarktes hat. Der erste Aspekt betrifft die Auswirkungen auf Liquiditätstransformations- und Rückgaberisiken von Fonds. Diese Risiken nehmen durch eine Ausweitung passiver Investments ab, da ETF-Anteile im Gegensatz zu klassischen Fonds nicht gegen Cash an den Anbieter zurückgegeben werden, sondern gegen einen Wertpapierkorb. Auch reagieren passive Investoren bei ihren Rückgaben weniger performance-sensitiv, so dass größere Rückgaben in Folge schwacher Performance unwahrscheinlicher sind und zuletzt sind die Portfolios passiver Fonds meist liquider. Demgegenüber besteht für einige passive Strategien das Risiko, die Volatilität zu steigern. Dies betrifft insbesondere gehebelte und Short-ETFs, da in hoher Frequenz prozyklische Trades durchgeführt werden – unabhängig von den Mittelflüssen durch die Investoren. 
Quelle: Morningstar, Federal Reserve, 2018
Ein weiterer Aspekt ist das Konzentrationsrisiko in der Asset-Management-Industrie, welches sich mit einer Zunahme passiver Investments ausweitet. Grund hierfür sind Skalenvorteile für große Manager, die Fixkosten über größere Volumina verteilen können. Zuletzt untersuchen die Autoren die Auswirkungen auf Bewertung, Liquidität und Gleichbewegungen der Assets. Die Ergebnisse hier sind durchwachsen. Zwar gibt es keine Anzeichen, dass die Aufnahme einer Aktie in einen Index durch das Engagement der Indexinvestoren längerfristig zu einer Bewertungszunahme führt, jedoch sind die Auswirkungen auf die Liquidität unklar: Es ist möglich, dass die Liquidität einzelner Assets zunimmt, da sie als Teil eines ETFs einfacher gehandelt werden können, oder dass sie abnimmt, weil der Indexhandel den individuellen Handel in den Einzeltiteln ersetzt. Ebenfalls unklar sind die Auswirkungen auf den Gleichlauf einzelner Assets. 
Quelle: Center for Research in Securities Prices, Wharton Research Data Services, Federal Reserve, 2018
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