Auswirkungen des demographischen Wandels auf Anleihen und Aktien
In einer aktuellen CFA-Publikation hat Robert Arnott von Research Affiliates die langfristigen Perspektiven von Anleihen und Aktien unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung beleuchtet. Die BIP-Wachstumsraten der Vergangenheit haben zu einem Teil auch demographische Effekte enthalten, die sich angesichts der alternden Bevölkerung in der Zukunft umkehren werden, so dass Wachstumsraten von 3 % nicht mehr realistisch sind, schreibt Arnott. Dies schlägt sich auch in der Performance von Aktien und Anleihen nieder. Zwar haben die Notenbanken mit ihrer expansiven Geldpolitik versucht, durch massive Interventionen dieser Entwicklung entgegen zu treten, doch besteht wenig Anlass zur Hoffnung, durch diese Politik die, für die jetzige demographische Situation unplausiblen, Wachstumsraten wieder erreichen zu können. Stattdessen kann dadurch die Inflation befeuert werden. Hinzu kommt, dass die massive Verschuldung der Industrieländer nicht mehr durch das BIP-Wachstum entschärft werden kann, so dass der Trend eher zu einer Inflationierung der Staatsschulden gehen wird.
Quelle: CFA Institute
Eine Ursache für das aktuell niedrige Zinsniveau bei Anleihen, das sich auf einem historischen Tiefpunkt befindet, liegt in den Bemühungen der Generation der Babyboomer begründet liegt, Reserven für die Rentenzeit zu akkumulieren. Dabei hat sich die Funktion der Anleihen gewandelt von einem Instrument kleiner, sicherer Erträge zu einer Versicherung gegen Turbulenzen am Aktienmarkt, für die die Anleger bereit sind zu bezahlen. Langfristig dürfte der Realzins im negativen Bereich bleiben und sich dem Niveau von -0,3 % annähern. Vor diesem Hintergrund sollten Investoren alternative Investmentmöglichkeiten erschließen, da weder Aktien noch Anleihen angesichts der demographischen Entwicklung angemessene Renditen erwarten lassen. Hierzu zählen Emerging und Alternative Markets, die höhere Renditen erwarten lassen und eine Absicherung gegen Inflationsrisiken bieten.