Auswirkungen der PIIGS-Solvenz auf die europäischen Kreditmärkte
Irland und Portugal haben im November die europäischen Kreditmärkte belastet. Auf die schwachen Staatsfinanzen und Irlands Gang unter den europäischen Rettungsschirm reagierten die Märkte sehr nervös. Die zunehmende Verschlechterung der Bonität mancher Peripheriestaaten war Anlass für die Bank SYZ & Co, Ende November eine kurze Analyse zum Thema vorzunehmen. Darin stellt der Autor einen relativen Risikoindikator vor, der die Spreads zwischen deutschen Staatsanleihen und denen Griechenlands, Portugals und Irlands vergleicht.
Quelle: SYZ & Co
Demnach bilden die Kreditpreise für Deutschland als bevölkerungsreichstes und wirtschaftsstärkstes Land die untere Preisgrenze für Refinanzierungen von EU-Mitgliedstaaten. Differenzen in den Spreads seien auf unterschiedliche Haushaltspolitik zurückzuführen. Daher sei nicht das Maß des absoluten Risikos, in diesem Fall das Kredit-Rating, sondern das relative Risiko in Form der Abweichung vom deutschen Haushalt der maßgebliche Treiber für höhere Kreditkosten. Diese Differenzen dienen als Grundlage für den relativen Risikoindikator von SYZ & Co.
Quelle: SYZ & Co
Irland weist demnach aktuell das größte Risiko aus, insbesondere aufgrund der staatlichen Unterstützung für den angeschlagenen Bankensektor. Dahinter folgt Griechenland. Überraschend ist, dass Frankreich ein größeres Risiko als Spanien, Portugal und Italien beschieden wird. Investoren sollten daher neben Ratings und Credit Spreads weitere Kriterien bei ihren Anleihen-Exposures berücksichtigen.