28.04.2014 | Research

Anteil ausländischer Investoren beeinflusst Verzinsung von Staatsanleihen

Investieren ausländische Anleger vermehrt in die Staatsanleihen eines Landes, führt dies zu einem signifikanten Rückgang der Rendite, so das Ergebnis eines Forschungspapieres von Serkan Arslanalp und Tigran Poghosyan vom Internationalen Währungsfonds IMF. Darin fokussieren sich die Autoren auf die Gründe für steigende Renditeunterschiede bei Staatsanleihen zwischen Industrieländern aus der Perspektive einer Veränderung der Foreign Investor Base (FIB). Hierzu werden Quartalsdaten für 22 Industriestaaten im Zeitraum 2004 - 2012 im Rahmen einer Panelstudie analysiert.


Quelle: Arslanalp, Poghosyan (2014)

In der Schätzung weisen die Kontrollvariablen die erwarteten Vorzeichen auf. Ein Anstieg der kurzfristigen Anleiherenditen um 100 Basispunkte (BP) führt entsprechend zu einem Anstieg der langfristigen Renditen um 8 BP. In etwa der gleichen Größenordnung beeinflusst auch die Veränderung des Anteils der von Ausländern gehaltenen Staatsanleihen die Rendite: Steigt der Anteil um einen Prozentpunkt, sinkt die Rendite um rund 8 BP. Dieser Koeffizient ist statistisch hochsignifikant und erweist sich auch gegenüber alternativen Spezifikationen als qualitativ robust. Auffällig ist, dass der Effekt bei einer Veränderung des Anteils privater ausländischer Anleger tendenziell stärker ist als bei staatlichen Investoren, wobei die Unterschiede statistisch insignifikant sind.


Quelle: Arslanalp, Poghosyan (2014)

Der Anstieg der FIB nach der Finanzkrise in Deutschland, Großbritannien und den USA führte dort zu Rückgängen der Rendite langfristiger Staatsanleihen um 40 - 65, 20 - 35 bzw. 35 - 55 BP. Analog stiegen die Renditen in Spanien und Italien um 110 - 178 resp. 44 - 71 BP durch den Rückzug vieler Anleger aus diesen Ländern. Insgesamt schließen die Autoren daraus, dass eine Normalisierung makroökonomischer, fiskalischer und geldpolitischer Variablen nicht ausreichend sein könnte, um auch die Renditen wieder auf ein "normales" Niveau zu bringen. Vor diesem Hintergrund werden die Zinsunterschiede zwischen den Industrieländern vermutlich in naher Zukunft fortbestehen.

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