13.08.2018 | Research

Anreiz für Shareholder Engagement bei Indexfonds

In einem Researchpaper der University of Pennsylvania Law School wird ein theoretisches Modell zum Verständnis des Einflusses passiver Investments auf die Corporate Governance dargelegt. Dabei gehen die Autoren Jill Fisch, Assaf Hamdani und Steven Davidoff Solomon auf zwei wesentliche Kritikpunkte von Indexfonds ein: Zum einen seien Indexfonds anders als aktive Investments an die Positionen in ihrem Portfolio gebunden und könnten keine Anpassungen vornehmen. Zum anderen konkurrierten Indexfonds primär über die Kosten, so dass keine Anreize für Research und Monitoring der Portfoliounternehmen bestünden. Diese Aussagen sind jedoch unvollständig. Zwar können die Indexprodukte selbst ihre Asset-Allokation nicht verändern, die Investoren können ihre Investments hingegen jederzeit liquidieren, so dass die Fonds um die Assets der Investoren konkurrieren.
 
Diese Konkurrenz besteht nicht nur zwischen verschiedenen Indexfonds, sondern die passiven Produkte stehen auch in Konkurrenz zu aktiven Fonds. Dieser komparative Vorteil aktiver Fonds, durch Selektion ein Alpha zu erzielen, kann von passiven Fonds durch Engagement-Aktivitäten verringert werden. Beispielsweise stieg der Anteil der Unternehmen des S&P 500, die Engagement-Aktivitäten berichten, seit 2010 von 6 auf 72 % an. Auch nutzen die Indexfonds ihre Größe und die Portfoliobreite zur Erzielung von Skaleneffekten bei der Verbesserung der Corporate Governance.

Obwohl die bestehende Kritik an passiven Investments vielfach unbegründet ist, schlussfolgern die Autoren, bestehen durchaus einige Risiken. Hierzu zählen die Konzentration der Eigentumsrechte in der Hand weniger großer Indexfondsanbieter, mögliche Interessenskonflikte zwischen Investoren und Fondsanbietern sowie die Gefahr, dass die Konzentration von Stimmrechten zu einer Anpassung der Regularien bezüglich Aktionärsrechten führt.


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