Angespannte Risikolage an den EU-Finanzmärkten
Die ESMA sieht weiterhin ein hohes Risikoniveau in den europäischen Kapitalmärkten, wie aus dem ersten TRV-Bericht des Jahres 2023 hervorgeht. Die zweite Jahreshälfte 2022 war geprägt von einer Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit, hoher Inflation, einer weltweiten Verschärfung der Finanzierungsbedingungen sowie von einem geopolitisch angespannten Umfeld. Dies sind nach wie vor die wichtigsten Risikofaktoren auf den EU-Finanzmärkten in der gegenwärtigen Phase, urteilt die ESMA. Ansteckungs- und operationelle Risiken werden als sehr hoch eingestuft, ebenso wie Liquiditäts- und Marktrisiken. Das Kreditrisiko bleibt ebenfalls hoch und dürfte aufgrund der zunehmenden Besorgnis über die Verschuldungslevel von Staaten und Unternehmen weiter steigen.

Quelle: ESMA
Der EU-Fondssektor verzeichnete im zweiten Halbjahr 2002 Abflüsse und eine schwache Performance bei den meisten Asset-Klassen und das verwaltete Vermögen erlebte den stärksten Rückgang seit der globalen Finanzkrise. Laufzeitinkongruenzen bei gewerblichen Immobilienfonds bestehen demnach fort. Und die Auswirkungen der Turbulenzen auf dem britischen Gilt-Markt durch fremdfinanzierte LDI-Funds in der zweiten Jahreshälfte bestätigten dem Bericht zufolge die Bedenken in Bezug auf das Liquiditätsrisikomanagement von Fonds und eine übermäßige Hebelwirkung sowie Ansteckungsrisiken angesichts starker systemischer Verflechtungen.

Quelle: ESMA
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