19.02.2015 | Märkte

Alternative Sachwerte häufiger in institutionellen Portfolios

Aquila Capital hat in einer umfangreichen Analyse die bisherige Entwicklung sowie die zukünftigen Perspektiven alternativer Sachwertinvestments untersucht. Seit 1995 haben Pensionsfonds den Anteil der Alternatives von 5 auf 18 % erhöht, was zu Lasten der Fixed-Income- und Cash-Positionen ging. Für die Zukunft, so die Prognose, wird dieser Trend angesichts niedriger Zinsniveaus und bereits heute hoher Aktienbewertungen anhalten. Auch seitens der Investoren wird mit einem Ausbau der Alternatives-Anteile gerechnet: 60 % der Investoren gehen in der Aquila-Umfrage von einem Anstieg ihres Sachwerte-Engagements aus. Nur 7 % erwarten eine Verringerung. 90 % der Anleger sind bereits heute in diesem Segment aktiv, 44 % haben deren Anteil sogar in den zweistelligen Prozentbereich gesteigert.


Quelle: Aquila

Auf der Angebotsseite rechnen die Autoren ebenfalls mit einer Ausweitung. Ursächlich wird auch das durch den globalen Bevölkerungsanstieg induzierte Wirtschaftswachstum sein, was sich beispielsweise auf die Segmente Erneuerbare Energien, Infrastruktur und Agrar auswirken kann. Aus Investorensicht sind die Eigenschaften von Sachwerten bezüglich Wertspeicherung, Inflationsabsicherung, hohen Renditen (auch risikoadjustiert) und Diversifikationspotential überzeugend. Über die letzten 20 Jahre konnten einige Real Assets, darunter Land- und Forstwirtschaft, bei einer deutlich niedrigeren Volatilität höhere Erträge als Aktien generieren. Am beliebtesten bei Investoren sind Direktinvestments (57 %), wobei bisher nur 43 % diese Strategie auch umsetzen. 38 % setzen auf Spezial-AIFs, 32 % auf geschlossene Fonds und weitere 16 % auf Club Deals und Managed Accounts.


Quelle: Aquila

Für die Zukunft rechnet Aquila mit einem Sachwerteanteil von 35 %, um ein Minimumvarianzportfolio zu erreichen. Nach den Berechnungen steigert ein Sachwerte-Anteil von 30 % bei einer Zielvolatilität von 7 % die Rendite um mehr als die Hälfte. Wegen der hohen Komplexität und Kapitalintensität ist für Investoren jedoch der Zugang zu finanziellen und strukturellen Ressourcen notwendig, um sich im Segment der Sachwerte engagieren zu können.

Die anziehende Nachfrage konnte die Sachwert-Branche schon für das vergangene Jahr bestätigen. Der Marktbericht des Bundesverbands Sachwerte und Investmentvermögen zeigt, dass institutionelle Anleger alleine in Deutschland rund 10,3 Mrd. Euro in reale Sachwerte investiert haben, wie der Absolut|report berichtete.

Absolut Research analysiert die besten Asset Manager alternativer Assets jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking in den Kategorien Listed Alternatives und Listed Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Vergleichsgruppen.

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