27.03.2018 | Studie

Alternative Referenzzinsätze gewinnen an Bedeutung

Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat im letzten Jahr angekündigt, Banken ab dem Jahr 2022 nicht mehr zu verpflichten, Zinssätze zur Berechnung des Libors zu melden. Die Beratungsfirma Oliver Wyman hat dies zum Anlass genommen die Risiken einer Umstellung der Libor-Systematik in einer Marktstudie zu untersuchen. Die Autoren geben einerseits zu bedenken, dass der Libor ab 2022 nicht zwangsläufig verschwinden wird, da Banken weiterhin an der Libor-Preissetzung teilnehmen können, nur eben freiwillig. Allerdings sehen die Autoren den Druck vonseiten der Regulierung, neue Referenzzinssätze zu finden, weiter steigen.


Quellen: Oliver Wyman, Bank of England, Thomson Reuters, SNB

Die gegenwärtigen Libor-Alternativen unterscheiden sich strukturell stark untereinander und vom Libor. Ebenfalls wird auf beiden Seiten des Atlantiks an neuen Referenzmaßstäben gearbeitet. Die USA haben für Q2/2018 die Einführung einer neuen Referenzrate SOFR angekündigt, die bis Ende 2021 am Markt etabliert werden soll. Auch die EZB prüft in einer Arbeitsgruppe, wie vor dem Hintergrund des Brexit eine Alternative zum Libor ausgestaltet werden kann.


Quelle: Oliver Wyman

Bezüglich der Kosten erwarten die Autoren im Bankensektor hohe Belastungen sowie reputationsbezogene und rechtliche Risiken. Ebenfalls dürfte sich die Neuverhandlung bestehender Libor-Kontrakte als schwer erweisen, was eine schrittweise, transparente Umstellung erforderlich macht. So wird ein einfacher Umrechnungskurs durch die unterschiedliche Fristigkeit der Libor-Sätze nicht ausreichend sein, um zu einer ökonomisch äquivalenten Lösung zu kommen.


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