14.07.2014 | Research

Alpha-stabile Verteilungen zur Modellierung der Rendite von Immobilieninvestments

Für die Anwendung der meisten finanzmathematischen Modelle ist die Verwendung einer passenden Renditeverteilung entscheidend. In der wissenschaftlichen Literatur konzentriert sich die Mehrzahl der Arbeiten auf die Anleihen- oder Aktienmärkte während der Real-Estate-Sektor außen vor gelassen wird. Michael Stein, Universität Duisburg-Essen, Daniel Piazolo, Investment Property Databank (IPD) und Stoyan Stoyanov, EDHEC Business School untersuchen daher auf Basis eines Datensamples für den Zeitraum 1993 - 2012, ob Alpha-stabile Verteilungen (ASV) zur Modellierung der Renditeverteilung von Immobilieninvestments geeignet sind. Grundsätzlich ergibt sich, dass ASV gut geeignet sind, die Renditen direkter Immobilieninvestments zu modellieren. Zwar ließen sich unterschiedliche Mittelwerte und Standardabweichungen auch mit einer Normalverteilung darstellen, doch weisen die Verteilungen in Abhängigkeit von Region und Immobiliensektor sehr unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Schiefe und Tailedness auf.


Quelle: Stein, Piazolo, Stoyanov (2013)

Am Beispiel der Büro- und Industrieimmobilien in den USA zeigt sich, dass sich im Zuge der Immobilienblase ab 2006 die Extrema der Verteilung stärker ausprägten, was sich an den geschätzten Parametrisierungen ablesen lässt. Gleiches gilt für den Wohnungsmarkt. Unter dem Strich muss die Nullhypthese, dass empirische und geschätzte Verteilung übereinstimmen, nur in wenigen Fällen verworfen werden. Aufgeteilt in eine Ertrags- und eine Wertsteigerungskomponente sind die Übereinstimmungen bei ersterem höher, während bei letzterem ASV weniger gut geeignet scheinen.

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