12.10.2017 | Märkte

Aktive Manager versus passive Lösungen

In den vergangenen Jahren haben Investoren zunehmend bislang aktiv verwaltetes Vermögen in passive Produkte umgeschichtet, zeigt ein Marktbericht von der Credit Suisse. Allein im Jahr 2016 zogen Investoren 331 Mrd. US-Dollar aus US-Fonds mit Fokus auf US-Aktien ab, während entsprechende passive Produkte Zuflüsse in Höhe von 272 Mrd. US-Dollar verzeichneten. Dies betrifft vermutlich vor allem weniger informierte Anleger, wodurch der Markt an Effizienz gewinnt.

Als wesentliche Treiber für das Wachstum der passiven Anlagen werden aufgeführt: Regulierung, schwache Marktentwicklung, Technologie (u.a. Ermöglichung einfacher Performance-Vergleiche und niedrigere Transaktionskosten) und die Balance zwischen informierten und uninformierten Investoren. Die Effizienz der Märkte bestimmt den Anteil passiven Managements am Gesamtmarkt, wobei Wechselwirkungen bestehen: Mehr aktives Management steigert die Markteffizienz, z.B. durch bessere Preiserkennung, und führt damit zu einer höheren Attraktivität passiven Managements. Umgekehrt führt ein Übergewicht passiven Managements zu größerer Ineffizienz und damit zu Chancen für aktive Manager. Dennoch warnen die Autoren vor möglichen Einflüssen passiver Investoren auf Bewertungen, Korrelationen und Liquidität.


Quelle: Credit Suisse

Potenziale für aktive Manager bestehen im Wettbewerb gegen uninformierte Einzelanleger, Investoren, die fundamentale Daten nicht hinreichend berücksichtigen, sowie Anleger, die ihre Handlungen auf einfachen Entscheidungsregeln basieren. Aktives Management in Kombination mit einer langfristig ausgerichteten Strategie und der Nutzung quantitativer Methoden ist nach wie vor in der Lage, Überschussrenditen zu erwirtschaften. Auf der Investorenseite empfehlen die Autoren kleineren Anlegern passive Portfolios mit Schwerpunkt auf Allokation und Kosteneffizienz. Gut informierte Anleger sollten in Asset-Klassen mit hoher Renditestreuung aktiv investieren, wo die Manager in der Lage sind, Outperformances zu erzielen.


Quelle: Credit Suisse

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