16.08.2016 | Research

Aktive Fondsmanager mit geringer Umschlagshäufigkeit erzielen Outperformance

Portfolios mit hohem Active Share erzielen dann ein positives Alpha, wenn sie eine langfristige Invesrtment-Strategie mit wenigen Umschichtungen verfolgen. Dies zeigen Martijn Cremers von der University of Notre Dame und Ankur Pareek von der Rutgers Business School in dem Forschungspapier „Patient Capital Outperformance“, das die Ursachen für die Outperformance aktiver Fondsmanager im Hinblick auf Holding-Perioden der Assets analysiert. Die Autoren verwenden ein Sample aktiv gemanagter Aktienfonds mit Fokus auf den US-Markt (Zeitraum 1990 bis 2013) sowie die reporteten Portfolios institutioneller Investoren für den Zeitraum 1984 bis 2012. Sämtliche Fonds werden in 5x5 Portfolios sortiert, die nach dem Active Share sowie der Haltedauer der Assets zusammengestellt werden. Es zeigt sich, dass nur die Fonds mit dem höchsten Active Share und der längsten Haltedauer der Assets eine Outperformance gegenüber der Benchmark erzielen. Ein gleichgewichtetes Portfolio der Fonds mit längster Haltedauer und höchstem Active Share erzielt ein statistisch signifikantes Alpha von über 2 %.


Quelle: Cremers, Pareek (2015)

Produkte, die ihre Assets häufiger umschichten, erwirtschaften im Schnitt unabhängig vom Active Share eine Underperformance. Die Haltefrist der Fonds-Assets alleine reicht allerdings generell nicht aus, um eine Outperformance zu erzielen, was die Wichtigkeit des Manager Skills hervorhebt. Ein Long-Short-Ansatz, bei dem Fonds mit langer Haltedauer und hohem Active Share gekauft und Produkte mit langer Haltedauer und niedrigem Active Share verkauft werden, konnte über den gesamten Zeitraum ein Alpha von mehr als 3 % erzielen. Besonders hoch ist dieser Effekt in turbulenten Marktphasen. Robustheitstests bestätigen die Validität der Ergebnisse. Die qualitativ gleichen Ergebnisse lassen sich für das Sample der Portfolios institutioneller Investoren nachweisen. Gründe für diese Outperformance von geduldigen und aktiven Managern kann die Fokussierung auf für andere Investoren unattraktive Aktien sein. Hierzu zählt der Erwerb von Titeln mit niedriger Volatilität, niedriger Bewertung und hoher Qualität und das Halten dieser Werte, bis sich die Unterbewertung abgebaut hat.

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