Wertschöpfungsverlauf im Lebenszyklus börsennotierter Unternehmen
Die Wertschöpfung am US-Aktienmarkt entsteht nicht gleichmäßig über alle Unternehmen hinweg, sondern konzentriert sich stark auf bestimmte Phasen des Unternehmenslebenszyklus – insbesondere auf finanziell wenig eingeschränkte Unternehmen in der Reifephase. Dies zeigt eine empirische Analyse von über 12.000 Firmen im Zeitraum 1990 bis 2024. Die AutorInnen Wolfgang Drobetz, Tatjana Puhan, Jiri Tresl und Zhe Li messen die kumulierte Vermögensschaffung oberhalb der Rendite einmonatiger US-Treasury Bills nach der Methodik von Bessembinder und klassifizieren Firmen anhand von Cashflow-Mustern in fünf Phasen: Introduction, Growth, Mature, Shakeout und Decline.

Quelle: Wolfgang Drobetz (Uni Hamburg) Tatjana Puhan (Swiss Re Asset Management, Uni Mannheim), Jiri Tresl (Paris School of Business), Zhe Li (University of Colorado)
Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 58 Bio. USD an Überschussvermögen geschaffen. Davon entfallen 71% auf Unternehmen in der Reifephase. Growth- und Shakeout-Firmen tragen 17% beziehungsweise 14% bei. Dagegen vernichten Introduction-Firmen netto 1,4 Bio. USD, während Decline rund 0,6% beitragen. Nur 35,5% aller Unternehmen erzielen über ihre Lebensdauer ein positives Überschussvermögen; in der Reifephase liegt dieser Anteil mit 56% deutlich höher. Der Medianwert ist ausschließlich in der Mature-Phase positiv (10 Mio. US-Dollar), während er in allen anderen Stadien negativ oder null ist.
Besonders stark konzentriert sich die Wertschöpfung auf finanziell wenig eingeschränkte Unternehmen. Zusammen mit finanziell flexiblen Growth- und Shakeout-Firmen entfallen rund 83% der gesamten Vermögensschaffung auf diese Gruppe.

Quelle: Wolfgang Drobetz (Uni Hamburg) Tatjana Puhan (Swiss Re Asset Management, Uni Mannheim), Jiri Tresl (Paris School of Business), Zhe Li (University of Colorado)
Auch auf Portfolioebene schneiden reife Unternehmen am besten ab: Das entsprechende Portfolio erzielt eine annualisierte Überschussrendite von 9,74% bei einer Volatilität von 13,7% (Sharpe Ratio 0,71). Introduction-Firmen kommen lediglich auf 1,83% bei deutlich höherer Schwankung. Faktoranalysen zeigen kein signifikantes Alpha, sodass die Renditeunterschiede systematische Risikoprämien widerspiegeln.
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