23.02.2026 | Research

Long-Short-Modell für liquide Biotech-Investments

Ein sektorspezifisch angepasstes Long-Short-Modell kann im Biotechnologiesektor trotz hoher Ausfallraten robuste Renditen erzielen und das Risikoprofil deutlich verbessern, zeigt eine Analyse von Verdad Capital. Ein quantitatives Investmentmodell gilt demnach als besonders geeignet, um die strukturellen Besonderheiten des Sektors zu managen. Seit 1996 verzeichneten 67% der US-Biotech-Unternehmen eine negative Gesamtrendite, der Median liegt bei rund –15% pro Jahr. Viele Unternehmen sind präkommerziell und erzielen keine Umsätze. Klassische Bewertungskennzahlen, insbesondere gewinnbasierte Value-Metriken, greifen daher kaum. Gleichwohl erzielte der S&P Biotech Index in den 20 Jahren vor 2020 eine annualisierte Rendite von 9,3% und übertraf damit den S&P 500 (6,1%).


Quelle: Verdad Capital

Die Autoren entwickeln daher ein angepasstes Faktormodell. Statt Gewinne dient die Ausgabenbasis – insbesondere für klinische Studien – als Bewertungsanker. Nach dieser modifizierten Value-Definition erzielten die günstigsten Quintile annualisierte Renditen von bis zu 19%, während traditionelle Value-Kennzahlen kein konsistentes Muster zeigten. Ergänzend werden „Expertensignale“ berücksichtigt: Aktien mit hoher Beteiligung spezialisierter Biotech-Fonds erreichten im obersten Quintil rund 20% jährliche Rendite; stark geshortete Titel schnitten deutlich schwächer ab. Auch ausgewählte Insiderkäufe erwiesen sich als prognostisch relevant.


Quelle: Verdad Capital

Auf Basis einer Datenbank mit über 130.000 klinischen Studien wird zudem ein Peer-basiertes Momentum konstruiert, das im Gegensatz zu herkömmlichem Kursmomentum signifikant Renditen spreizt. In einem Long-Short-Backtest von 2015 bis 2025 erzielte das kombinierte Modell 19,1% annualisierte Rendite bei 18,9% Volatilität und einem maximalen Drawdown von –32%. Der Vergleichsindex XBI kam im selben Zeitraum auf 3,7% bei deutlich höherem Rückgang.

 

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