27.02.2024 | Research

Verhandlungsmacht von Pensionseinrichtungen

Ein Team der University of California und der University of Maryland hat in einem Research Paper untersucht, ob die Ausweitung des verwalteten Vermögens von Pensionseinrichtungen deren Verhandlungsmacht positiv beeinflusst. Hierzu fokussieren sich die Autoren auf drei Aspekte: die Wahl zwischen aktiven und passiven Strategien, internem und externem Management sowie börsennotierten und Private-Market-Investments. Hintergrund ist die Annahme, dass die Pensionseinrichtungen aufgrund ihrer Größe das Potenzial haben, günstige Bedingungen mit externen Managern auszuhandeln, einschließlich niedrigerer Gebühren und Zugang zu leistungsfähigen Managern.

Große Pensionseinrichtungen neigen dazu, einen höheren Anteil in weniger liquide Märkte zu investieren, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass skalenbedingte Verhandlungsmacht für die Erzielung von Netto-Alphas besonders wichtig ist, etwa Private Equity. Ebenso setzen sie verstärkt auf internes Management, insbesondere in börsennotierten Asset-Klassen. Außer bei Hedgefonds und Multi-Asset steigt die Wahrscheinlichkeit für eine interne Verwaltung bei allen Asset-Klassen mit den Assets under Management an, was hinsichtlich der Gebühren erheblich günstiger ist.
 


Quelle: De Vries, Kalfa, Timmermann, Wermers, 2023


Die Größe eines Pensionsplans korreliert negativ mit der Tendenz, aktives Management einzusetzen, insbesondere bei notierten Wertpapieren wie Aktien. Größere Pensionsfonds nutzen zunehmend die Skalenvorteile, die das passive Management bei notierten Assets bietet. Diese Verlagerung hin zum passiven Management hat sich im Laufe der Zeit verstärkt, da die mit dem passiven Management verbundenen Kosten abgenommen haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass große Pensionseinrichtungen zwar Vorteile bei der Suche nach qualifizierten externen Managern und dem Aushandeln niedrigerer Gebühren haben, sich dies bei börsennotierten Assets aber nur in bescheidenen höheren Nettorenditen niederschlägt. Das Dezil der nach AuM größten Pensionseinrichtungen übertrifft das kleinste Dezil um rund 20 Basispunkte jährlich. Bei Private Assets ist dieser Zusammenhang wesentlich ausgeprägter und summiert sich auf 200 Basispunkte p.a.

Die Kostennachteile kleinerer Pensionspläne deuten darauf hin, dass diese Pläne möglicherweise am besten abschneiden, wenn sie ihre Assets soweit wie möglich passiv managen. Für Private Assets ist passives Management im Allgemeinen keine Option, so dass sie sich fast vollständig auf externes aktives Management verlassen und die höheren Verwaltungsgebühren akzeptieren müssen. Umgekehrt haben große Pläne die Möglichkeit, Private Assets intern zu verwalten und niedrigere Gebühren für die externe Vermögensverwaltung auszuhandeln.


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